Mehr europäische Badegewässer als je zuvor erfüllen Standards für ausgezeichnete Qualität

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Nachrichten Veröffentlicht 23.05.2017 Zuletzt geändert 31.05.2017
Gemäß dem heute veröffentlichten jährlichen Bericht über die Qualität der Badegewässer erfüllen mehr als 85 Prozent der in ganz Europa im Jahr 2016 überprüften Badegebiete die strengsten Qualitätsnormen und verdienen die Beurteilung „ausgezeichnet“, d. h diese Badegewässer sind weitgehend frei von Schadstoffen, die die menschliche Gesundheit und die Umwelt belasten könnten. Mehr als 96 Prozent der Badegebiete erfüllen die Mindestqualitätsanforderungen gemäß den Vorschriften der Europäischen Union.

Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass mehr und mehr Badegewässer in ganz Europa die höchsten Qualitätsstandards erfüllen. Dies trägt dazu bei, dass die Europäer fundiertere Entscheidungen in Bezug auf die Badegebiete fällen, die sie in diesem Sommer besuchen wollen. Es zeigt darüber hinaus auch die Wirksamkeit unserer Umweltpolitik und die praktischen Vorteile einer hervorragenden Datenerhebung und -analyse für den Schutz der menschlichen Gesundheit und für unser tägliches Leben.

Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA

Der Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) und der Europäischen Kommission bestätigt einen positiven Trend, demzufolge die Wasserqualität der Strände und Badeplätze in ganz Europa seit 40 Jahren stetig besser wird. Die Bewertung umfasst Analysen von an über 21 000 Küsten- und Binnenbadeorten entnommenen Wasserproben und bietet einen guten Anhaltspunkt dafür, wo in diesem Sommer die besten Badegewässer mit der höchsten Wasserqualität zu finden sind. Es werden Wasserproben entnommen und auf Fäkalverschmutzungen durch Abwässer oder tierische Exkremente untersucht.

Wie in den vergangenen Jahren kann die überwiegende Mehrheit der europäischen Badeplätze Wasser von guter Qualität vorweisen. Im Jahr 2016 erfüllten 96,3 % der Badeorte die Mindestanforderungen der Badegewässerrichtlinie der EU für eine „ausreichende“ Qualität.. Dies bedeutet eine geringe Steigerung im Vergleich zu den 96,1 % im Jahr 2015. Mehr als 85 % (85,5 %) der Badegebiete erfüllten die strengsten Anforderungen der Richtlinie und erhielten die Beurteilung „ausgezeichnet“, gegenüber 84,4 % im Jahr 2015.

Karmenu Vella, für Umwelt, Meerespolitik und Fischerei zuständiges Mitglied der Europäischen Kommission, erklärte: „Die hervorragende Qualität der europäischen Badegewässer ist kein Zufall. Sie ist das Ergebnis harter Arbeit durch engagierte Fachkräfte. Sie zeigt, wie wichtig die Förderung „grüner“ Arbeitsplätze in der EU ist. Diese Investition feiern wir in diesem Jahr vom 29. Mai bis zum 2. Juni mit unserer Europäischen Grünen Woche. Wassertechniker, Fachleute in den Bereichen Hochwasserschutz, Umweltchemie und Abwassermanagement – sie alle tragen entscheidend dazu bei, die hohe Qualität der Badegewässer aufrecht zu erhalten“.

Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA, fügte hinzu: „Es ist ein ermutigendes Zeichen, dass mehr und mehr Badegewässer in ganz Europa die höchsten Qualitätsstandards erfüllen. Dies trägt dazu bei, dass die Europäer fundiertere Entscheidungen in Bezug auf die Badegebiete fällen, die sie in diesem Sommer besuchen wollen. Es zeigt darüber hinaus auch die Wirksamkeit unserer Umweltpolitik und die praktischen Vorteile einer hervorragenden Datenerhebung und -analyse für den Schutz der menschlichen Gesundheit und für unser tägliches Leben.“

Der Bericht bezieht sich auf die Badegewässer in der gesamten EU, Albanien und der Schweiz. Die Europäischen Badegewässer sind sehr viel sauberer als noch vor vierzig Jahren, als große Mengen unbehandelter oder nur teilweise behandelter kommunaler und industrieller Abwässer in Gewässer geleitet wurden. Zusammen mit dem Bericht hat die EUA auch eine aktualisierte interaktive Karte veröffentlicht, die die Ergebnisse für jeden Badeort zeigt. Aktualisierte Länderberichte und Informationen über die Badegewässerrichtlinie sind auf den Websites der EUA und der Europäischen Kommission über Badegewässer abrufbar. 

Weitere wesentliche Ergebnisse

  • Alle erfassten Badegebiete in Österreich, Kroatien, Zypern, Estland, Griechenland, Litauen, Luxemburg, Lettland, Malta, Rumänien und Slowenien wiesen 2016 mindestens eine „ausreichende“ Qualität auf.
  • In fünf Ländern wurden 95 % der Badegewässer oder mehr mit „ausgezeichnet“ bewertet: Luxemburg (alle 11 Badegebiete), Zypern (99 % aller Badegebiete), Malta (99 % aller Badegebiete), Griechenland (97 % aller Badegebiete) und Österreich (95 % aller Badegebiete).
  • Im Jahr 2016 erhielten 1,5 % (1,4 % für die EU-Mitgliedstaaten) der Badegebiete die Bewertung „mangelhaft“. Zwischen der Badesaison 2015 und 2016 fiel die Gesamtzahl der als „mangelhaft“ eingestuften Badegewässer von 383 auf 318 (von 349 auf 302 für die EU-Mitgliedstaaten).
  • Die höchste Zahl der Badegebiete mit schlechter Wasserqualität befanden sich in Italien (100 Badegebiete oder 1,8 %), Frankreich (82 Badegebiete oder 2,4 %) und Spanien (39 Badegebiete oder 1,8 %).

Hintergrund

Fäkale Kontamination von Wasser bildet nach wie vor ein Risiko für die menschliche Gesundheit, insbesondere wenn diese in Badegebieten festgestellt wird. Das Baden an verunreinigten Stränden oder Seen kann zu Erkrankungen führen. Die größten Verschmutzungsquellen sind Abwässer und Wasser von landwirtschaftlichen Betrieben und landwirtschaftlichen Nutzflächen. Diese Verschmutzung nimmt bei schweren Regenfällen und Überschwemmungen aufgrund von überlaufenden Abwasserkanälen und Drainagewasser, das in Flüsse und Seen gespült wird, zu. Alle EU-Mitgliedstaaten sowie Albanien und die Schweiz überwachen ihre Badegebiete gemäß den Bestimmungen der überarbeiteten Badegewässerrichtlinie der EU. In den Rechtsvorschriften ist festgelegt, wann die Qualität von Badegewässern entsprechend der nachgewiesenen Menge von Fäkalbakterien als „ausgezeichnet“, „gut“, „ausreichend“ oder „mangelhaft“ einzustufen ist. In den Fällen, in denen Wasser als „mangelhaft“ eingestuft wird, sollten die Mitgliedstaaten bestimmte Maßnahmen ergreifen, wie beispielsweise ein Badeverbot oder eine Warnung aussprechen, die Öffentlichkeit über das Problem informieren und geeignete Abhilfemaßnahmen einleiten.

 

Weitere Informationen zur Grünen Woche 2017 der EU sind zu finden unter www.eugreenweek.eu

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