Boden

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Seite Zuletzt geändert 10.12.2016 01:30
Der Boden stellt die Grundlage für die Erzeugung von 90 % aller Lebens- und Futtermittel, Fasern und Brennstoffe dar und liefert Rohstoffe für Aktivitäten in den verschiedensten Sektoren, vom Gartenbau bis hin zum Baugewerbe. Der Boden ist auch für die Gesundheit des Ökosystems von entscheidender Bedeutung: Er reinigt Wasser und reguliert den Wasserhaushalt; er unterstützt die Nährstoffkreisläufe und fördert durch seine Funktion als Gen- und Artenpool die biologische Vielfalt. Als Kohlenstoffsenke hat der Boden zudem eine wichtige Aufgabe bei der potenziellen Verlangsamung des Klimawandels und seiner Auswirkungen. Überdies bewahrt er Spuren unserer Vergangenheit und ist daher ein wichtiger Teil unseres kulturellen Erbes.

Unsere Gesellschaft stellt jedoch laufend, oftmals widersprüchliche, Ansprüche an den Boden. Dies gefährdet seine Fähigkeit, Ökosystemleistungen zu erbringen - bezüglich der Lebensmittelerzeugung, als Pool für die biologische Vielfalt und als Regulator für Gase, Wasser und Nährstoffe. Die Trends bei Bodenversiegelung, Erosion, Rückgang der organischen Substanz und Bodenkontamination bewirken alle eine Verringerung der Widerstandsfähigkeit und der Fähigkeit des Bodens, die Veränderungen zu bewältigen, denen er ausgesetzt ist.

Innerhalb der Zeitspanne eines Menschenlebens kann der Boden als nicht erneuerbare Ressource angesehen werden. Wir sind als Gesellschaft verpflichtet, den Boden nachhaltig zu bewirtschaften, um aus ihm Nutzen ziehen zu können. Ungeachtet der vielfältigen Aktivitäten, die letztlich auf den Boden angewiesen sind, gibt es keine bodenspezifischen EU Rechtsvorschriften. Bislang wird der Bodenschutz – im Gegensatz zu Wasser und Luft – indirekt beziehungsweise durch sektorale Strategien und Maβnahmen in den Bereichen Land- und Forstwirtschaft, Energie, Wasser, Klimawandel, Naturschutz, Wasser und Chemikalien behandelt. Das Fehlen einer kohärenten bodenpolitischen Strategie auf EU Ebene spiegelt sich auch in der Tatsache wider, dass es kaum harmonisierte Bodendaten gibt.

Dennoch hat es bei den Bemühungen zur Entwicklung einer EU Bodenstrategie und eines koordinierten Datensatzes in den vergangenen zehn Jahren Fortschritte gegeben. In der thematischen Strategie der Europäischen Kommission für den Bodenschutz aus dem Jahr 2006 wird die Notwendigkeit betont, die Bodenfunktionen als ein wesentliches Element nachhaltiger Entwicklung zu schützen. Auf globaler Ebene werden Fragen des Bodenschutzes im weiteren Rahmen der Bodendegradierung (die bislang auf Trockengebiete beschränkt war) im Zusammenhang mit dem Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung (UNCCD) behandelt. Vor Kurzem wurde der Aspekt der Erhaltung der Bodenfunktionen in die Begrifflichkeit der Landdegradierungsneutralität im Zusammenhang mit den Zielen für nachhaltigen Entwicklung (SDGs) eingebunden, die 2015 von der Generalversammlung der Vereinten Nationen beschlossen wurden. Die Ziele für nachhaltige Entwicklung  beinhalten auch Zielvorgaben für Bodenqualität, Bodenkontamination, Chemikalienmanagement und Abfall. Von der Umsetzung der Ziele für nachhaltige Entwicklung kann ein wichtiger Impuls für Bodenschutzmaßnahmen in Europa ausgehen. Entsprechend werden sowohl auf globaler als auch auf EU-Ebene Maßnahmen zur Harmonisierung und Standardisierung von Bodeninformationen für die öffentliche Verwendung durchgeführt.

Die EUA erarbeitet indikatorgestützte Bewertungen zu einer Vielzahl von Themen in den Bereichen Landnutzung und Boden im Rahmen des Themenclusters für Landnutzungs- und Bodenindikatoren (LSI-Set). Die Gruppe der LSI-Indikatoren umfasst Indikatoren für Flächenverbrauch, Undurchlässigkeit, Umgang mit belasteten Standorten, Bodenfeuchtigkeit, Bodenerosion und organischen Kohlenstoff im Boden. Die Entwicklung von Indikatoren für Fragmentierung und Flächenrecycling ist geplant. Mithilfe des Copernicus-Dienstes Landüberwachung können mehrere dieser Indikatoren regelmäßig aktualisiert werden. Die EUA veröffentlicht zudem Ad-hoc-Bewertungen zu spezifischen bodenbezogenen Themen, z. B. Ressourceneffizienz des Bodens in städtischen Gebieten, Bodennährstoffe oder Metallbelastungen in der Umwelt .

Abhängigig vom jeweiligen Thema arbeitet die EUA mit Kollegen der Europäischen Kommission (insbesondere der Gemeinsamen Forschungsstelle und der GD Umwelt), mit EIONET-Vertretern des nationalen Referenzzentrums für Bodenschutz und Landnutzung sowie Raumplanung oder anderen europäischen Netzwerken und Experten zusammen. Zu den globalen Partnern gehören das Sekretariat des Übereinkommens der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung, Global Soil Partnership, die (vom Programm der Vereinten Nationen für menschliche Siedlungen, UN-Habitat, geförderte) Global Land Indicator Initiative und das Umweltprogramm der Vereinten Nationen.

Die EUA wird bei ihren Arbeiten zu diesem Themenfeld seit 1996 von den entsprechenden europäischen Themenzentren unterstützt und gegenwärtig im Bereich Boden von dem seit 2014 bestehenden Europäischen Themenzentrum zu Stadt-, Land- und Bodensystemen (ETC/ULS). Im Jahr 2007 wurden die Arbeiten zu Bodendaten an das bei der Gemeinsamen Forschungsstelle angesiedelte Europäischen Zentrum für Bodendaten übertragen.


 

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Zugehörige Indikatoren

Progress in management of contaminated sites Progress in management of contaminated sites Local soil contamination in 2011 was estimated at 2.5 million potentially contaminated sites in the EEA-39, of which about 45 % have been identified to date. About one third of an estimated total of 342 000 contaminated sites in the EEA-39 have already been identified and about 15 % of these 342 000 sites have been remediated. However, there are substantial differences in the underlying site definitions and interpretations that are used in different countries.   Four management steps are defined for the management and control of local soil contamination, namely site identification (or preliminary studies), preliminary investigations, main site investigations, and implementation of risk reduction measures. Progress with each of these steps provides evidence that countries are identifying potentially contaminated sites, verifying if these sites are actually contaminated and implementing remediation measures where these are required. Some countries have defined targets for the different steps.   Thirty of the 39 countries surveyed maintain comprehensive inventories for contaminated sites: 24 countries have central national data inventories, while six countries, namely Belgium, Bosnia-Herzegovina, Germany, Greece, Italy and Sweden, manage their inventories at the regional level. Almost all of the inventories include information on polluting activities, potentially contaminated sites and contaminated sites.   Contaminated soil continues to be commonly managed using “traditional” techniques, e.g. excavation and off-site disposal, which accounts for about one third of management practices. In-situ and ex-situ remediation techniques for contaminated soil are applied more or less equally.   Overall, the production sectors contribute more to local soil contamination than the service sectors, while mining activities are important sources of soil contamination in some countries. In the production sector, metal industries are reported as most polluting whereas the textile, leather, wood and paper industries are minor contributors to local soil contamination. Gasoline stations are the most frequently reported sources of contamination for the service sector.   The relative importance of different contaminants is similar for both liquid and solid matrices. The most frequent contaminants are mineral oils and heavy metals. Generally, phenols and cyanides make a negligible overall contribution to total contamination.   On average, 42 % of the total expenditure on the management of contaminated sites comes from public budgets. Annual national expenditures for the management of contaminated sites are on average about EUR 10.7 per capita. This corresponds to an average of 0.041 % of the national GDP. Around 81 % of the annual national expenditures for the management of contaminated sites is spent on remediation measures, while only 15 % is spent on site investigations. It should be noted that all results derive from data provided by 27 (out of 39) countries that returned the questionnaire, and not all countries answered all questions.

Siehe auch

Geographic coverage

Albania, Armenia, Austria, Azerbaijan, Belarus, Belgium, Bosnia and Herzegovina, Bulgaria, Croatia, Cyprus, Czechia, Denmark, Estonia, Finland, France, Georgia, Germany, Greece, Hungary, Iceland, Ireland, Italy, Kazakhstan, Kosovo, Kyrgyzstan, Latvia, Liechtenstein, Lithuania, Luxembourg, Macedonia, Malta, Moldova, Monaco, Montenegro, Netherlands, Norway, Poland, Portugal, Romania, Russia, San Marino, Serbia, Slovakia, Slovenia, Spain, Sweden, Switzerland, Tajikistan, Turkey, Turkmenistan, Ukraine, United Kingdom, Uzbekistan
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