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Sie sind hier: Startseite / Veröffentlichungen / Die Umwelt in Europa: Der zweite Lagebericht / 8. Biologische Vielfalt

8. Biologische Vielfalt

8. Biologische Vielfalt


Wichtigste Erkenntnisse


Die Gefährdung der biologischen Vielfalt in Europa ist nach wie vor ein ernstes Problem, steigt doch die Zahl der vom Aussterben bedrohten Spezies unablässig weiter. In vielen Ländern sind bis zu 50 % der bekannten Wirbeltierarten bedroht.


Mehr als ein Drittel aller Vogelarten in Europa sind in ihrem Bestand gefährdet, namentlich in Nordwest- und Mitteleuropa. Die Gründe hierfür sind vor allem in der Zerstörung ihrer Lebensräume durch veränderte Flächennutzung, insbesondere im Zusammenhang mit der Zunahme der Land- und Forstwirtschaft, dem Ausbau der Infrastruktur, der verstärkten Wasserentnahme und der Umweltverschmutzung zu suchen.


Gleichzeitig steigen die Bestandszahlen einer Reihe von Tierarten, die als Kulturfolger gelten, und einige Pflanzenarten, die hohe Nährstoff- und Säurewerte vertragen, breiten sich immer mehr aus. Zu beobachten ist des weiteren ein zahlenmäßiger Anstiegder Brutvögel in Gebieten, in denen organischer Landbau betrieben wird. Probleme bereitet jedoch die Einführung nicht heimischer Arten in marine und terrestrische Lebensräume sowie in Binnengewässer.


In Südeuropa und zum Teil auch in landwirtschaftlich genutzten und urbanisierten Gebieten West- und Mitteleuropas ist ein bedeutender Verlust an Feuchtgebieten zu verzeichnen. Die Hauptursachen sind Neulandgewinnung, Umweltverschmutzung, Trockenlegung, Nutzung für Freizeitaktivitäten und Verstädterung. Einige umfangreiche und mehrere kleinere Rekultivierungsprojekte für Flüsse, Seen, Moore und Sümpfe können diesen Verlust nur in gewissem Grade ausgleichen.


Die Fläche der Sanddünen ist in diesem Jahrhundert um 40 % zurückgegangen. Dieser Schrumpfungsprozeß, von dem insbesondere West- und Nordwesteuropa betroffen war, vollzog sich zu einem Drittel seit Mitte der 70er Jahre. Als Gründe dafür lassen sich Verstädterung, Nutzung für Freizeitaktivitäten und Aufforstung anführen.


Die Waldfläche ist ebenso wie die Holzgewinnung im Anstieg begriffen. Nach und nach wird die in der Vergangenheit noch übliche ”extensive” Forstwirtschaft von einer intensiveren und einheitlicheren Bewirtschaftungsform abgelöst. Auch die Anpflanzung fremder Arten nimmt weiter zu. Die bedenkliche Abnahme der natürlichen und naturnahen Waldgebiete hält an. Heutzutage liegen die meisten alten und fast unberührten Wälder in Mittel- und Osteuropa und in den GUS-Staaten, obwohl auch in anderen Regionen noch kleinere derartige Waldgebiete existieren. In der Mittelmeerregion sind trotz eines Rückgangs der betroffenen Gebiete Waldbrände ein fortwährendes Problem. Langsam aber sicher hält das Konzept der nachhaltigen Forstwirtschaft Einzug in die Nutzung und die Bewirtschaftung der Wälder, jedoch hat dies noch keine sichtbaren Auswirkungen auf die Biologische Vielfalt gezeitigt.


Im Zuge der Intensivierung der Landwirtschaft und der zunehmenden Wiederaufforstung ertragarmer Flächen gehen naturnahe landwirtschaftlich genutzte Biotope wie Weiden verloren oder werden zerstört. Diese Lebensräume waren in der Vergangenheit in Europa weit verbreitet und setzten eine extensive Landwirtschaft mit geringem Nährstoffeinsatz voraus. Heutzutage leiden sie unter übermäßiger Nährstoff- und Säurebelastung. Die ursprüngliche biologische Vielfalt der freien, unbebauten Landschaft ist aufgrund des Verschwindens des oft reichen Pflanzen- und Tierlebens stark zurückgegangen.


Im internationalen wie im nationalen Rahmen ist es zu zahlreichen Initiativen und gesetzlichen Regelungen zum Schutz der Arten und der Lebensräume gekommen. Mit Hilfe dieser Maßnahmen ist es gelungen, umfangreiche Land- und Meeresgebiete zu schützen sowie einige Arten zu erhalten, jedoch ist die Realisierung oftmals schwierig und langwierig und konnte dem allgemeinen Artenschwund nicht Einhalt gebieten. Auf europäischer Ebene sind für die EU die Umsetzung des NATURA-2000-Netzes der ausgewiesenen Schutzgebiete und für das übrige Europa das geplante EMERALD-Netz im Rahmen des Berner Übereinkommens die zur Zeit wichtigsten internationalen Initiativen.


Alles in allem wird der Erhaltung der biologischen Vielfalt oftmals ein geringerer Stellenwert beigemessen als den kurzfristigen wirtschaftlichen oder sozialen Interessen jener Wirtschaftsbereiche, von denen die Gefährdungen ausgehen. Ein grundlegendes Hindernis für die Einhaltung der Artenschutzziele besteht nach wie vor darin, daß die damit verfolgten Anliegen keinen Eingang in andere Politikfelder gefunden haben. Eine strategische Bewertung von Konzepten und Programmen unter Umweltgesichtspunkten in Verbindung mit dem Einsatz von Instrumenten des Naturschutzes kann diesem Einbeziehungsprozeß nur förderlich sein.



8.1 Einleitung


Der Begriff ”biologische Vielfalt”, wie in Kasten 8.1 definiert, ist seit der Unterzeichnung des globalen Übereinkommens über die biologische Vielfalt auf dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro 1992 zum griffigen Schlagwort geworden. Die Erhaltung und nachhaltige Nutzung der verschiedenen Komponenten der biologischen Vielfalt (von Ökosystemen und Lebensräumen bis hin zu Arten und genetischen Ressourcen) stoßen seitdem in vielen Ländern auf verstärktes Interesse. Es setzt sich zunehmend die Erkenntnis durch, daß ”biologische Vielfalt die Grundlage der menschlichen Existenz” bildet (Übereinkommen über die biologische Vielfalt, 1997, UNEP, 1995, vgl. Kasten 8.1). Die in dem Übereinkommen dargelegten Grundsätze haben sich mittlerweile auch in einer Vielzahl politischer Handlungskonzepte niedergeschlagen. Leider setzen sich Konzepte, die auf Grundsätzen basieren, nur langsam durch.


Obwohl es zur Begriffsbestimmung und zu den Handlungsschwerpunkten unterschiedliche Auffassungen gibt, wächst das Verständnis für die Zusammenhänge, für die Verantwortung und die Notwendigkeit, die natürlichen Ressourcen, einschließlich der biologischen und genetischen Ressourcen, nachhaltig zu nutzen. In diesem Zusammenhang verbinden die mit dem Übereinkommen über die biologische Vielfalt eingegangenen Verpflichtungen auf neue Art und Weise Land- und Forstwirtschaft, Fischfang, Boden- und Ressourcennutzung sowie Naturschutz.


In diesem Kapitel wird vorwiegend anhand von Beispielen aus dem terrestrischen Bereich auf wildlebende Pflanzen und Tiere sowie natürliche und naturnahe Lebensräume bzw. Ökosysteme eingegangen.


Die biologische Vielfalt in Meer-, Küsten- und Süßwasserregionen wird hierbei vernachlässigt, da Daten zu diesem Thema nur in geringem Umfang verfügbar sind und sich vorwiegend auf die Wasserqualität und den Fischfang beziehen.


Die in diesem Kapitel beschriebenen Veränderungen im Vorkommen und in der Verteilung der Arten und der Lebensräume stehen vielfach mit den an anderer Stelle behandelten Umweltproblemen im Zusammenhang.


8. Biologische Vielfalt (.pdf)

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