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Neuer regionaler Überblick veröffentlicht: Häufigkeit und Schwere von Klimagefahren nehmen in ganz Europa zu

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Nachrichten Veröffentlicht 15.12.2021 Zuletzt geändert 12.01.2022
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Photo: © Jonathan Ford on Unsplash
Da die Häufigkeit und Schwere extremer Wetterereignisse und anderer Klimagefahren in ganz Europa zunehmen, bedarf es zuverlässiger Informationen für die Bewertung von Klimarisiken und die Anpassungsplanung. Der neue interaktive Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) gibt einen aktuellen Überblick darüber, wie sich die Klimagefahren in den verschiedenen Regionen Europas verändern.

Europe’s changing climate hazards“ (Die sich verändernden Klimagefahren in Europa) ist ein interaktiver Bericht, der einen Überblick über frühere und prognostizierte Veränderungen der wichtigsten Klimagefahren in Europa und deren Auswirkungen auf die europäischen Regionen gibt. Der Bericht der EUA ist besonders wertvoll für politische Entscheidungsträger und Experten, die sich mit der Bewertung von Klimarisiken und der Anpassungsplanung in Europa befassen. Die Mitgliedstaaten der EU können die Informationen auch nutzen, um der Europäischen Kommission über klimabedingte Gefahren Bericht zu erstatten.

Der Bericht, der mit Unterstützung des Copernicus-Dienstes zur Überwachung des Klimawandels (C3S) und anderer Partner der EUA erstellt wurde, bietet Zugang zu allgemeinen und detaillierten Informationen über regionale Klimagefahren sowie Einblicke, wie sich diese Gefahren auf Ökosysteme und Wirtschaftszweige auswirken können.

In dem Bericht werden die Erkenntnisse des Zwischenstaatlichen Ausschusses für Klimaänderungen (IPCC) aufgegriffen, wonach der Klimawandel zweifellos für die Zunahme extremer Wetterereignisse verantwortlich ist; der Bericht enthält jedoch ausführlichere Informationen für Europa.

Zu den prognostizierten Veränderungen gehört, dass die Durchschnittstemperaturen in ganz Europa weiter ansteigen und extreme Hitzeereignisse voraussichtlich noch schneller zunehmen werden. Dem Bericht zufolge muss sich die Bevölkerung in Europa auf mehr Tage mit extremer Hitze und auf extremere Niederschlagsereignisse einstellen.

  • Südeuropa sollte sich auf heißere Sommer, häufigere Dürren und eine erhöhte Brandgefahr vorbereiten.
  • In Nordeuropa dürften die jährlichen Niederschlagsmengen und starke Regenfälle zunehmen.
  • In Mitteleuropa wird es voraussichtlich weniger Regen im Sommer geben, aber auch häufigere und stärkere Wetterextreme wie schwere Niederschläge, Flusshochwasser, Dürren und Brandgefahren.
  • Es ist davon auszugehen, dass die Meeresoberflächentemperatur, die Meereshitzewellen und der Wassersäuregehalt in allen regionalen europäischen Meeren zunehmen werden. Der Anstieg des Meeresspiegels beschleunigt sich an allen europäischen Küsten mit Ausnahme der nördlichen Ostsee.

Weitere Informationen über viele klimabedingte Gefahren finden Sie im European Climate Data Explorer, der von der EUA und dem C3S gemeinsam entwickelt wurde.

Hintergrund

Der Klimapakt von Glasgow, der auf der 26. Konferenz der Vertragsparteien (COP26) des Rahmenübereinkommens der Vereinten Nationen über Klimaänderungen (UNFCCC) vereinbart wurde, betont, wie dringlich es ist, die Anpassung an den Klimawandel zu verstärken und Wissen und Technologien auszutauschen, um die Anpassungsfähigkeit zu verbessern, die Widerstandsfähigkeit zu stärken und die Anfälligkeit gegenüber Klimaänderungen zu verringern. Das Dokument erkennt auch an, wie wichtig es ist, über die besten wissenschaftlichen Erkenntnisse für wirksame Klimaschutzmaßnahmen und die Politikgestaltung zu verfügen, z. B. Daten zu Klimagefahren, Risiken, Verlusten und Schäden.

Die EU-Strategie zur Anpassung an den Klimawandel zielt darauf ab, bis 2050 ein klimaresilientes Europa zu schaffen. Dazu werden zuverlässigere Informationen über den Klimawandel, seine Auswirkungen und die erforderliche Anpassung gefordert.

Im Einklang mit dem Europäischen Klimagesetz überprüft die Europäische Kommission regelmäßig, welche Fortschritte die Mitgliedstaaten bei der Anpassung an den Klimawandel erzielt haben, auch in Bezug auf die beobachteten und künftigen klimabedingten Gefahren, über die die Mitgliedstaaten alle zwei Jahre Bericht erstatten sollen.

Das Katastrophenschutzverfahren der Europäischen Union verpflichtet die EU-Mitgliedstaaten und andere teilnehmende Staaten, der Kommission regelmäßig nationale Risikobewertungen vorzulegen.

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