Nächste
Vorherige
Objekte

Nachrichten

Mit dem neuen Anzeiger zur Luftqualität in europäischen Städten können Sie Langzeitkonzentrationen von Luftschadstoffen an Ihrem Wohnort sehen

Sprache ändern
Nachrichten Veröffentlicht 17.06.2021 Zuletzt geändert 28.06.2021
4 min read
Photo: © Ula Peiciute on Flickr
Die Luftverschmutzung ist in vielen europäischen Städten ein ernstes Problem und stellt eine reale Gefahr für die Gesundheit dar. Heute hat die Europäische Umweltagentur (EUA) den Anzeiger zur Luftqualität in europäischen Städten freigeschaltet. Damit können Sie überprüfen, wie sich die Luftqualität in den letzten zwei Jahren in ihrer Stadt entwickelt hat und sie mit anderen Städten in ganz Europa vergleichen.

Im neuen Anzeiger zur Luftqualität in Städten der EUA werden die Städte auf der Grundlage des durchschnittlichen Feinstaubgehalts bzw. der PM2,5-Konzentration während der letzten zwei Kalenderjahre von der saubersten Stadt bis zur am stärksten verschmutzten Stadt eingestuft. 

In den Jahren 2019 und 2020 waren Umeå in Schweden, Tampere in Finnland und Funchal in Portugal die drei saubersten Städte in Europa. Die drei am stärksten verschmutzten Städte waren Nowy Sacz in Polen, Cremona in Italien und Slavonski Brod in Kroatien. 

Von den 323 Städten, die im Anzeiger erfasst sind, wird die Luftqualität in 127 Städten als gut eingestuft, was bedeutet, dass die Feinstaubkonzentration unter dem gesundheitsbezogenen Richtwert der Weltgesundheitsorganisation (WHO) für die Langzeitexposition gegenüber PM2,5 von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (10 μg/m3) liegt. 

Die Europäische Union hat im Rahmen der Strategien für saubere Luft in Europa einen Jahresgrenzwert für PM2,5 von 25 μg/m3 festgelegt. Der Anzeiger stuft die Langzeit-Luftqualität als sehr schlecht ein, wenn die PM2,5-Werte über diesem Grenzwert liegen. Fünf Städte in Polen, Kroatien und Italien fallen unter diese Kategorie. 

Feinstaub ist der Luftschadstoff mit den größten gesundheitlichen Auswirkungen in Bezug auf Krankheiten und vorzeitige Todesfälle. Der Anzeiger stellt Informationen über die Langzeit-Luftqualität in jeder Stadt bereit. Eine lang anhaltende Exposition gegenüber PM2,5 verursacht Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen. 

Während sich die Luftqualität in Europa in den letzten zehn Jahren deutlich verbessert hat, ergab die jüngste jährliche Luftqualitätsbewertung der EUA, dass die Exposition gegenüber Feinstaub im Jahr 2018 in 41 europäischen Ländern etwa 417 000 vorzeitige Todesfälle verursachte. 

Die Luftqualität hat sich in den letzten Jahren zwar deutlich verbessert, die Luftverschmutzung ist jedoch in vielen Städten in ganz Europa immer noch anhaltend hoch. Dieser Anzeiger für die Luftqualität von Städten ermöglicht es den Bürgerinnen und Bürgern, sich selbst in einfacher Weise ein Bild darüber zu machen, wie ihre Stadt gegenüber anderen Städten in puncto Luftqualität abschneidet. Dieses Instrument liefert konkrete und lokale Informationen, die die Bürgerinnen und Bürger nutzen können, um ihre Behörden vor Ort aufzufordern, etwas gegen bestehende Probleme zu unternehmen. Dies wird uns allen helfen, die Null-Schadstoff-Ziele der EU zu erreichen

Hans Bruyninckx, Exekutivdirektor der EUA

Wie der Anzeiger funktioniert

Der Anzeiger liefert Daten über den Feinstaubgehalt in mehr als 300 Städten in den EUA-Mitgliedstaaten. Er verwendet Daten, die der EUA von ihren Mitgliedsländern im Rahmen der Luftqualitätsrichtlinien der EU gemeldet werden. Die Daten stammen aus Bodenmessungen von PM2,5, die von über 400 Messstationen in städtischen und vorstädtischen Gebieten erfasst wurden. Diese Stationen vermitteln ein solides Bild davon, in welchem Maße die Bevölkerung Luftverschmutzung ausgesetzt ist. 

Die Messwerte und Einstufungen basieren auf der jährlichen mittleren PM2,5-Konzentration während der letzten zwei Kalenderjahre, wobei aktuelle Daten für das letzte Jahr und validierte Luftqualitätsdaten für das Jahr davor herangezogen werden. In der Tabelle werden die europäischen Städte nach ihren durchschnittlichen Feinstaubkonzentrationen in den letzten zwei vollen Kalenderjahren eingestuft. Die EUA wird künftig prüfen, ob andere wichtige Luftschadstoffe in das neue Instrument eingebunden werden können. 

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat einen gesundheitsbezogenen Richtwert für die Langzeitexposition gegenüber Feinstaub von 10 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft (10 μg/m3 ausgegeben. Die Europäische Union hat im Rahmen der Strategien für saubere Luft in Europa einen Jahresgrenzwert für Feinstaub von 25 μg/m3 festgelegt. 

Beim Anzeiger gibt es folgende Einstufungen für die Luftqualitätswerte: 

  • gut bei Feinstaubkonzentrationen, die unter dem jährlichen Richtwert der WHO von 10 μg/m3 liegen;
  • mittelmäßig bei Konzentrationen von 10 bis 15 μg/m3;
  • schlecht bei Konzentrationen von 15 bis 25 μg/m3 und
  • sehr schlecht bei Konzentrationen von 25 μg/m3 und darüber, dem in der Europäischen Union geltenden Grenzwert.

Es ist jedoch zu beachten, dass nicht alle Städte enthalten sind. Der Datensatz umfasst Städte, die Gegenstand des Städte-Audits der Europäischen Kommission sind und über 50 000 Einwohner haben. Städte, die nicht über Messstationen in städtischen und vorstädtischen Gebieten verfügen, werden nicht einbezogen; dies gilt auch für Städte, bei denen die Daten dieser Messstationen weniger als 75 % der Tage innerhalb eines Kalenderjahres abdecken.

Sonstige Produkte der EUA zur Luftqualität 

Informationen darüber, wie die Luftqualität derzeit in Ihrer Stadt ist, erhalten Sie im Europäischen Luftqualitätsindex. Dieser Index enthält Informationen über die Luftqualität in den letzten zwei Tagen und eine 24-Stunden-Prognose sowie gesundheitsbezogene Empfehlungen für eine kurzfristige Exposition gegenüber Luftverschmutzung. Er deckt auch ein breiteres Spektrum von Luftschadstoffen ab, darunter Feinstaub, Stickstoffdioxid, Schwefeldioxid und Ozon. 

Weitere Informationen über die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung in Europa finden Sie hier. 

Hier können Sie den aktuellen Jahresbericht der Europäischen Umweltagentur über die Luftqualität in Europa abrufen.

Permalinks

Geographic coverage

Temporal coverage

Dokumentaktionen