Die EU-Mitgliedstaaten müssen mehr Anstrengungen unternehmen, um das gemeinsame Ziel für erneuerbare Energien zu erreichen

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Nachrichten Veröffentlicht 18.12.2018 Zuletzt geändert 08.03.2019
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Der Anteil erneuerbarer Energiequellen am Energieverbrauch der Europäischen Union (EU) hat sich seit 2005 verdoppelt. In den letzten Jahren hat sich dieser Anstieg jedoch verlangsamt, insbesondere aufgrund des steigenden Energieverbrauchs und der mangelnden Fortschritte im Verkehrssektor. Der neue Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) zeigt, dass die EU-Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen verstärken müssen, um das Ziel für erneuerbare Energien für 2020 zu erreichen.

 Image © Tim Laws, WaterPIX /EEA

In dem Bericht der EUA „Erneuerbare Energien in Europa – 2018“ werden die Fortschritte beim Einsatz erneuerbarer Energiequellen in der EU dargelegt. Als Grundlage dienten die offiziellen Daten für 2016 und vorläufige Schätzungen der EUA für 2017.

Aus dem Bericht geht hervor, dass der Anteil erneuerbarer Energien am Endenergieverbrauch in der EU von 16,7 % im Jahr 2015 auf 17,0 % im Jahr 2016 und auf geschätzte 17,4 % im Jahr 2017 gestiegen ist. Obwohl die EU auf einem guten Weg ist und das Ziel eines Anteils erneuerbarer Energien von 20 % am Bruttoendenergieverbrauch voraussichtlich erreichen wird, verlangsamt sich das Wachstum des Anteils erneuerbarer Energien in der gesamten EU, was durch den jüngsten Anstieg des Endenergieverbrauchs in einigen Mitgliedstaaten bedingt ist.

Damit das Ziel für 2030 erreicht werden kann, müssen die EU-Mitgliedstaaten gemeinsam den Anteil erneuerbarer Energien auf mindestens 32 % des Bruttoendenergieverbrauchs erhöhen. Derzeit ist die Nutzung erneuerbarer Energien in den einzelnen Mitgliedstaaten sehr unterschiedlich und reicht von über 30 % des Bruttoendenergieverbrauchs in Dänemark, Finnland, Lettland, Österreich und Schweden bis hin zu unter 9 % in Belgien, Luxemburg, Malta und den Niederlanden, heißt es in dem EUA-Bericht.

Weitere wichtige Ergebnisse

Im Jahr 2017 stammten 85 % der gesamten neu installierten Stromerzeugungskapazität in der EU aus erneuerbaren Energiequellen, wobei Windkraft und Photovoltaik drei Viertel der erneuerbaren Stromerzeugungskapazität ausmachten. Ein Drittel des gesamten in der EU in den Jahren 2016 und 2017 verbrauchten Stroms stammte aus erneuerbaren Quellen.

Wärme- und Kälteerzeugung sind nach wie vor der vorherrschende Marktsektor für erneuerbare Energien in der EU, mit einem Anteil von etwa 19 % an den erneuerbaren Energien in den Jahren 2016 und 2017. Der Verkehrssektor liegt mit einem Anteil erneuerbarer Energien von nur 7 % in den gleichen Jahren weit zurück. Der größte Teil der für den Verkehrssektor genutzten erneuerbaren Energien stammt aus Biokraftstoffen. Nur Biokraftstoffe, die entsprechend den Nachhaltigkeitskriterien gemäß der Richtlinie über erneuerbare Energien zertifiziert sind, können auf diese Ziele angerechnet werden.

Dem Bericht zufolge ist die EU bei der erneuerbaren Stromerzeugungskapazität pro Kopf nach wie vor weltweit führend, wobei China mittlerweile jedoch mehr in neue Kapazitäten investiert. Auch der Anteil der Arbeitsplätze im Bereich erneuerbare Energien an der Erwerbsbevölkerung steigt in Brasilien und China schneller als in der EU.

Die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien hat es der EU ermöglicht, ihre Nachfrage nach fossilen Brennstoffen und die damit verbundenen Treibhausgasemissionen zu senken. Laut Analyse der EUA wären die gesamten Treibhausgasemissionen der EU 2016 um etwa 9 % und 2017 um 10 % höher, wenn die zunehmende Nutzung erneuerbarer Energien seit 2005 in diesem Zeitraum nicht 11 % des Bruttoinlandsverbrauchs der EU an fossilen Brennstoffen ersetzt hätte.

Die Berichte über „Erneuerbare Energien in Europa“ ergänzen die jährliche Bewertung der Fortschritte im Hinblick auf die Klima- und Energieziele der EU, die von der EUA im Rahmen der Veröffentlichung Trends und Prognosen in Europa 2018 durchgeführt wird.

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Overview of electricity production and use in Europe Overview of electricity production and use in Europe In 2016,  low-carbon energy sources (i.e. renewables and nuclear energy) continued to dominate the electricity mix for the second year in a row, together generating more power than fossil fuel sources. Fossil fuels (i.e. coal, natural gas and oil) were responsible for 43 % of all gross electricity generation in 2016, a decrease of 11 percentage points across the EU compared with 2005 (54 %). By way of contrast, the share of electricity generated from renewable sources has grown rapidly since 2005, but the pace of growth has slowed down after 2014. In 2016, renewable electricity reached almost one third (29 %) of all gross electricity generation in the EU. This is twice as much as in 2005. As such, renewable sources generated more electricity in 2016 than nuclear sources or coal and lignite. Nuclear energy sources contributed roughly one quarter (26 %) of all gross electricity generation in 2016. The transition from fossil fuels to renewable fuels, together with improved transformation efficiencies in electricity generation, led to an average annual 2.6 % decrease in CO 2 emissions per kWh between 2005 and 2016. Final electricity consumption (the total consumption of electricity by all end-use sectors plus electricity imports and minus exports) in the EU increased by one percent in 2016 compared with 2015, reaching the same level as in 2005. The sharpest growth was observed in the services sector (1.2 % per year) and the sharpest decline in industry (-1.0 % per year). With regards to the non-EU EEA countries,  between 2005 and 2016, electricity generation increased by an average of 4.9 % per  year in Turkey, 7.1 % per year  in Iceland and 0.7 % per year in Norway.
Share of renewable energy in gross final energy consumption Share of renewable energy in gross final energy consumption The share of renewable energy in gross final energy use in the EU has almost doubled since 2005. It reached 17.0 % in 2016 and is expected to have reached 17.4 % in 2017, according to the early estimates from the European Environment Agency (EEA) . These levels are higher than those from the indicative EU trajectory for these years set by the Renewable Energy Directive .  The increase in the share of renewable energy sources in final energy consumption has slowed down in recent years. An increasing energy consumption and lack of progress in the transport sector imperil the achievement of both 2020 targets on renewable energy and energy efficiency at EU level. In 2017, according to the EEA's early estimates:  progress towards national targets deteriorated across the EU, with 20 Member States (all but Cyprus, France, Ireland, Luxembourg, the Netherlands, Poland, Slovenia and the United Kingdom) meeting or exceeding their indicative targets set under the Renewable Energy Directive, compared with 25 Member States on target in 2016. In addition, only 16 Member States (all except Belgium, Cyprus, France, Germany, Ireland, Luxembourg, Malta, the Netherlands, Poland, Portugal, Slovenia and Spain) reached or exceeded the trajectories set in their own National Renewable Energy Action Plans, compared with 19 in 2016; 11 countries (Bulgaria, Croatia, Czechia, Denmark, Estonia, Finland, Hungary, Italy, Lithuania, Romania and Sweden) had already managed to achieve their binding renewable energy share targets for 2020, as set under the Renewable Energy Directive; renewable energy accounted for 30.6 % of gross final electricity consumption, 19.3 % of energy consumption for heating and cooling, and 7.2 % of transport fuel consumption in the whole EU.

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