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Gemeinsame Anstrengungen für bessere Erkenntnisse zu Seeverkehr und Umwelt

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Article Veröffentlicht 16.11.2021 Zuletzt geändert 22.11.2021
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Photo: © Shaah Shahidh on Unsplash
Die Europäische Umweltagentur (EUA) und die Europäische Agentur für die Sicherheit des Seeverkehrs (EMSA) haben kürzlich ihren „European Maritime Transport Environmental Report“ (EMTER) veröffentlicht, eine gemeinsame Bewertung der Umweltauswirkungen des Seeverkehrs in Europa. Stéphane Isoard, Leiter der EUA-Gruppe für die Themen Gewässer und marine Umwelt und des EUA-Teams, das an der Erstellung des Berichts mitwirkte, gab uns hierzu Auskunft.

Welches Ziel wurde mit dem Bericht verfolgt?

Hauptziel des Berichts war, einen faktenbasierten Überblick über Umweltfragen im Zusammenhang mit dem Seeverkehr zu geben und die wichtigsten Herausforderungen und Chancen zu beschreiben. Im EMTER-Bericht wurde der Seeverkehr, eine Branche, die für den Welthandel, unsere Wirtschaft und die Deckung unseres täglichen Bedarfs eine zentrale Rolle spielt, erstmals auf europäischer Ebene untersucht. Die Zusammenarbeit mit der EMSA und der Bericht sind ein wichtiger Baustein, um Wissenslücken in diesem Bereich zu schließen.

Welches sind die Hauptergebnisse des Berichts?

Der Seeverkehr ist für die europäische Wirtschaft unverzichtbar. Er hat jedoch Auswirkungen auf Umwelt und Klima und auf die Gesundheit und das Wohlbefinden der Menschen in der EU. Schiffe erzeugen große Mengen an Treibhausgasen, Luftschadstoffen und Unterwasserlärm. Ein weiterer Grund zur Sorge sind die Verbreitung gebietsfremder Arten und die Wasserverschmutzung durch den Seeverkehr.

Obwohl die Branche Maßnahmen zur Reduzierung ihrer Umweltauswirkungen ergriffen hat, reichen diese bei weitem noch nicht aus, um Nachhaltigkeit zu erreichen, vor allem da der Seeverkehr über die nächsten Jahrzehnte voraussichtlich stark zunehmen wird.

Warum haben Sie sich für den Bericht zu einer Zusammenarbeit mit der EMSA entschlossen und welche Erfahrungen haben Sie dabei gemacht?

Wir waren der Ansicht, dass eine Zusammenarbeit auf diesem Gebiet sehr fruchtbar sein könnte, da die EMSA großes Fachwissen über den Seeverkehr besitzt, während die Stärken der EUA in der Umwelt- und Klimaanalyse liegen. Ich denke, dass wir hervorragend und sehr effizient zusammengearbeitet haben, wobei beide Agenturen ihre Stärken und ihre Erfahrung in den gemeinsamen Bericht einbringen konnten. Unsere Zusammenarbeit wurde auch von wichtigen Interessenträgern gelobt.

Was tut Europa, um die in dem Bericht aufgezeigten Herausforderungen zu bewältigen?

Im europäischen Grünen Deal sind Gesundheit und Wohlergehen der Menschen sowie der Schutz von Umwelt und Klima als zentrale Ziele definiert. Um diese Ziele zu erreichen, wurden mehrere Rechtsrahmen und Initiativen auf den Weg gebracht, darunter der Null-Schadstoff-Aktionsplan, die Initiative FuelEU Maritime und die integrierte Meerespolitik.

Gleichzeitig müssen internationale Partnerschaften aufgebaut werden, da die Branche integraler Bestandteil des Welthandels ist. Alles in allem hat Europa hier die Chance, bei der Entwicklung eines nachhaltigen und intelligenten Seeverkehrs Vorreiter zu sein.

Woran arbeitet die EUA sonst noch im Hinblick auf maritime Themen?

Die Europäische Umweltagentur verfügt über umfassende Kenntnisse und Fachwissen im Bereich der Meeresumwelt. Im letzten Jahr haben wir den Bericht Marine messages II veröffentlicht, der einen umfassenden Überblick über den Zustand der europäischen Meereswelt sowie die Nutzung der europäischen Meere und deren Gesamtauswirkungen auf marine Ökosysteme gibt. Des Weiteren erheben wir Daten über den Müll im Meer und analysieren den Zustand der Badegewässer in Europa.

All diese Ressourcen sowie andere thematische Analysen sind über WISE-Marine und die EUA-Website zugänglich.


 Stéphane Isoard

Stéphane Isoard

Gruppenleiter – Gewässer und marine Umwelt
Europäische Umweltagentur

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