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Flächennutzung

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Europa ist einer der am intensivsten genutzten Kontinente der Erde, auf dem der größte Flächenanteil (bis zu 80 %) für Siedlungszwecke, Produktionssysteme (einschließlich Landwirtschaft und Forstwirtschaft) und Infrastruktur genutzt wird. Die widersprüchlichen Bedürfnisse der Landnutzung machen klare Entscheidungen mit strengen Kompromissen erforderlich. Es gibt eine Reihe wichtiger Ursachen für die intensive Landnutzung in Europa: Die steigende Nachfrage nach Wohnraum pro Person und die Verbindung zwischen wirtschaftlicher Aktivität, erhöhter Mobilität sowie zunehmender Verkehrsinfrastruktur führen gewöhnlich zu erhöhtem Flächenbedarf. Land ist jedoch eine begrenzte Ressource: Die Art ihrer Nutzung ist einer der Hauptgründe für Umweltveränderungen mit folgenschweren Auswirkungen auf Lebensqualität und Ökosysteme sowie das Infrastrukturmanagement.

Europa ist ein Mosaik verschiedener Landschaften, das die evolutionären Änderungen der Flächennutzung der Vergangenheit reflektiert. Auch heute sind unsere Landschaft und unsere Umwelt Veränderungen unterworfen, die tiefe und häufig irreversible Spuren der Flächennutzung hinterlassen. Fast überall wächst die Spannung zwischen Ressourcen- und Flächenbedarf der Gesellschaft und der Kapazität des Landes, diesen Bedarf zu decken und zu absorbieren. Dies führt zur Überbeanspruchung und zunehmenden Zerstörung von Landschaften, Ökosystemen und Umwelt. Hier bedarf es einer langfristig ausgerichteten Perspektive.

EU-Politik

Planung und Management der Landnutzung sind von entscheidender Bedeutung für eine bessere Vereinbarkeit von Flächennutzung und Umweltbelangen. Dies ist eine Aufgabe, an der mehrere politische Ebenen und verschiedene Sektoren beteiligt sind. Die Überwachung und die Milderung negativer Folgen der Bodennutzung für die Umwelt bei gleichzeitigem Erhalt der Produktion grundlegender Ressourcen sind eine vorrangige Aufgabe für politische Entscheidungsträger auf der ganzen Welt.

Entscheidungen bezüglich Planung und Management von Landnutzung werden üblicherweise auf lokaler oder regionaler Ebene getroffen. Allerdings spielt auch die Europäische Kommission eine wichtige Rolle, indem sie sicherstellt, dass die Mitgliedstaaten Umweltbelange in ihren Entwicklungsplänen für die Landnutzung berücksichtigen und eine integrierte Flächenbewirtschaftung betreiben.

Die europäischen Volkswirtschaften sind abhängig von natürlichen Ressourcen, dazu gehören Rohstoffe und Raum (Bodenressourcen). Der Fahrplan für ein ressourceneffizientes Europa enthält das Thema Landnutzung und Landressourcenmanagement als entscheidenden Faktor zur Bekämpfung nicht nachhaltiger Ressourcentrends. Die EU-Politik für die Anpassung an den Klimawandel hat unmittelbare Relevanz für gegenwärtige und zukünftige Landnutzungspraktiken und die davon abhängigen Wirtschaftssektoren. Die Landnutzung ist weiterhin von großer Tragweite für viele andere Politikbereiche wie den territorialen Zusammenhalt, die städtebauliche Planung, Landwirtschaft, Verkehr und Naturschutz.

Aktivitäten der EUA

Die Aktivitäten der EUA konzentrieren sich in erster Linie auf Bewertungen des landschaftlichen und räumlichen Wandels in Europa anhand von Hilfsmitteln für die Flächen- und Ökosystembilanzierung und der Analyse von geografischen Informationssystemen (GIS). Die EUA wurde zudem beauftragt, ein Umweltdatenzentrum für Landnutzung als Beitrag zu einem gemeinsamen Umweltinformationssystem (SEIS) zu entwickeln.

Die wichtigste Datenquelle für die EUA ist der Corine-Datensatz zur Bodenbedeckung, der für die Jahre 1990, 2000 and 2006 erstellt wurde. Er basiert auf der konsolidierten Zusammenarbeit mit den EUA-Mitgliedsländern und dem System für globale Umwelt- und Sicherheitsüberwachung (GMES). Weitere GMES-Datensätze wie ausgewählte hochauflösende thematische Ebenen und der Städteatlas sind derzeit in Entwicklung, um den Corine-Bodenbedeckungsdatenbestand zu ergänzen.

In Zusammenarbeit mit dem Europäischen Themenzentrum für räumliche Informationen und Analyse (ETC-SIA) entwickelt die EUA europaweite Referenzsysteme für räumliche Analysen: Die Anwendungen des Europäischen Netzwerks für Einzugsgebiete und Flüsse (ECRINS) und der Land- und Ökosystembilanzierung (LEAC) helfen bei der thematischen Analyse (z. B. Landschaftszerschneidung) und erfassen relevante Indikatoren.

Ausblick

Verschiedene regionale und umweltpolitische Strategien wie die EU-Biodiversitätsstrategie bis 2020 oder die Thematische Strategie der EU für den Bodenschutz benötigen zuverlässige Informationen zur Landnutzung als grundlegendes Referenzmaterial. Der Landüberwachungsdienst des GMES ist Teil der Auftaktoperationen von 2011 bis 2013. Ihm obliegt die Aktualisierung und Verbesserung der Überwachungsmethoden kontinentaler Bodenbedeckung sowie die eingehendere Untersuchung lokaler Bodenbedeckungsprozesse. Für die Auswertung zukünftiger Entwicklungen wurde die PRospective Environmental analysis of Land Use Development in Europe - Prospektive Umweltanalyse der Flächennutzungsentwicklung in Europa (PRELUDE) entwickelt: ein interaktives Hilfsmittel, das fünf verschiedene Landnutzungsszenarien für Europa präsentiert.

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