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Küsten und Meere

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Menschliche Aktivitäten verursachen beispiellose Umweltveränderungen in den Ökosystemen der Küsten und Meere. Belastungen aus der Fischereiwirtschaft, Verunreinigung durch Verschmutzungsquellen zu Wasser und zu Lande, Verstädterung, Verluste und Zerstörung von wertvollen Lebensräumen und die Ansiedlung nicht heimischer Arten nehmen weltweit zu. Alle diese Auswirkungen werden durch den Klimawandel wahrscheinlich noch verschärft.

Europa ist von vier Meeresräumen umgeben: dem Mittelmeer, dem Schwarzen Meer, der Ostsee und dem Nordostatlantik, zu dem auch die Nordsee gehört. Europa führt ebenfalls zahlreiche maritime Tätigkeiten in der Arktis durch.

Die menschlichen Aktivitäten konzentrieren sich häufig auf Küstenregionen, wo die Fähigkeit zur Assimilierung dieser Aktivitäten am wenigsten vorhanden ist und negative Auswirkungen offensichtlich sind. Die stärksten Bedrohungen für die europäischen Küstengebiete sind die Wasserverschmutzung und die Eutrophierung, der Verlust der biologischen Vielfalt, die Stadtentwicklung, die Landschaftszerstörung und die Küstenerosion.

Europäische Meere und Küsten: interessante Fakten

  • Das Meeresgebiet unter der Hoheitsgewalt der EU-Mitgliedstaaten ist größer als die gesamte Landfläche der EU.
  • Die Küste der EU ist 68 000 km lang – dreimal länger, als die Küste der Vereinigten Staaten von Amerika und fast doppelt so lang, wie die Küste Russlands; zusammen mit den EWR-Mitgliedstaaten Island, Norwegen und der Türkei beläuft sie sich auf eine Länge von 185 000 km.
  • Fast die Hälfte der Bevölkerung in der EU lebt weniger als 50 km vom Meer entfernt; die Mehrheit konzentriert sich in städtischen Gebieten entlang der Küste. 2001 lebten 70 Mio. Menschen oder 14 % der gesamten EU-Bevölkerung innerhalb eines Entfernungsbereichs von 500 m von der Küste.
  • Das Meer ist das populärste Urlaubsziel in Europa: 63 % der europäischen Urlauber wählen Badeorte als Urlaubsziel. Die Zahl der Angler, die zu Sport- oder Erholungszwecken fischen, beläuft sich schätzungsweise auf 8 bis 10 Mio.; diese unterstützen einen europäischen Wirtschaftszweig mit einem Umfang zwischen 8 und 10 Mrd. EUR pro Jahr.
  • Die Vermögenswerte innerhalb eines Entfernungsbereichs von 500 m vom Meer liegen bei einem geschätzten Wert von 500 bis 1 000 Mrd. EUR.
  • Für die öffentlichen Ausgaben der EU zum Schutz der Küsten vor Erosions- und Überflutungsgefahr wird für den Zeitraum von 1990 bis 2020 ein Anstieg auf 5,4 Mrd. EUR pro Jahr erwartet.

[EK, 2006: Maritime Fakten und Zahlen (Zugriff am 27. September 2010)]

Über Küsten und Meere

Regional sea characteristics

Regionale Besonderheiten der Meere

Die europäischen Meere umfassen die Ostsee, das Schwarze Meer, den Nordostatlantik und das Mittelmeer. Zum Nordostatlantik gehören die Nordsee, das Nordpolarmeer, die Barentssee, die Irische und die Keltische See, der Golf von Biskaya und die iberische Küste.

Die Ostsee ist halbumschlossen und weist aufgrund des eingeschränkten Wasseraustauschs mit dem Nordostatlantik und einem umfangreichen Süßwassereintrag aus Flüssen einen geringen Salzgehalt auf. Diese Bedingungen machen das Meer besonders anfällig für Nährstoffverschmutzung.

Das Schwarze Meer ist ebenfalls halbumschlossen; es ist das größte Binnenmeer der Welt mit einem eingeschränkten Wasseraustausch mit dem Mittelmeer. Die Gewässer des Schwarzen Meeres sind in Tiefen von 150 bis 200 Metern anoxisch. Der Salzgehalt des Oberflächenwassers des Schwarzen Meeres bewegt sich im mittleren Bereich. Der größte Bereich des Schwarzen Meeres enthält Erdöl- und Erdgasvorkommen; an der Erdöl- und Erdgasförderung wird bereits gearbeitet.

Das Mittelmeer ist ebenfalls ein halbumschlossenes Meer, das aufgrund der hohen Verdunstungsraten und einem geringen Süßwassereintrag aus Flüssen einen hohen Salzgehalt aufweist. Das Mittelmeer verfügt über einen eingeschränkten Wasseraustausch mit dem Atlantik und dem Schwarzen Meer. Das Mittelmeer ist das Meer mit der größten biologischen Vielfalt in Europa.

Der Nordostatlantik deckt verschiedene Meere und einen umfangreichen klimatischen Gradienten ab. Dies ist ein hochgradig produktiver Bereich, der die wertvollsten Fischereigebiete Europas und zahlreiche einzigartige Lebensräume und Ökosysteme beherbergt. Hier liegen ebenfalls die größten europäischen Erdöl- und Erdgasvorkommen.

Die Küste ist der Bereich, wo Land und Meer aufeinander treffen. In den 24 EWR-Küstenländern gibt es 560 000 km2 Küstengebiete, die 13 % der gesamten Landmasse dieser Länder entsprechen (auf der Grundlage der Bodenbedeckungsdaten des Corine Land Cover aus 2000).

Die Tiefsee und der Meeresgrund bilden ein extensives und komplexes System, das mit dem Rest der Erde über den Austausch von Materie, Energie und Biodiversität verbunden ist. Das Funktionieren der Tiefsee-Ökosysteme ist wesentlich für die globalen biogeochemikalischen Zyklen, von denen das meiste Leben auf der Erde sowie die menschliche Zivilisation abhängig sind. Diese Ökosysteme sind sowohl in europäischen sowie internationalen Gewässern des atlantischen und des arktischen Ozeans vorhanden. Als Tiefsee wird in der Regel das Meer in Tiefen unter 400 m betrachtet.

Eine Schädigung der Ökosysteme im Meer und an der Küste kann in der Ostsee, im Schwarzen Meer, im Mittelmeer, im Nordostatlantik und in der Arktis beobachtet werden. Die Umwelt beeinträchtigenden Aktivitäten sind die Folge der Erfüllung unserer unmittelbaren menschlichen Bedürfnisse, allerdings haben diese Aktivitäten Auswirkungen auf Arten und Lebensräume, die sich über Tausende, wenn nicht über Millionen von Jahren herausgebildet haben – die Auswirkungen sind teilweise irreversibel.

Diese Aktivitäten stehen mit der hohen und noch steigenden Bevölkerungsdichte an den europäischen Küsten, der Fischerei, der landwirtschaftlichen Verschmutzung, den Industriechemikalien, der touristischen Entwicklung, der Schifffahrt, den erneuerbaren Energieinfrastrukturen und anderen mit dem Meer verbundenen Aktivitäten in Zusammenhang.

Spezifische Probleme:

  • Ungeachtet einer stark verbesserten Abwasserbehandlung ist die Verbreitung von Nährstoffverschmutzung aus der Landwirtschaft ein großes Umweltproblem für die Küsten und  Meere; hierdurch wird das Wachstum von Phytoplankton beschleunigt, was zu einem verbreiteten Sauerstoffmangel führen kann.
  • Die Konzentration von bestimmten Schwermetallen und hartnäckigen organischen Kontaminanten in Meereslebewesen überschreiten an bestimmten Standorten in den europäischen Meeren die Grenzwerte für Lebensmittel. Schwere Öltankerunfälle sind zurückgegangen, allerdings sind Öleinleitungen im Zusammenhang mit regelmäßigen Aktivitäten, wie Transport und Raffinerien immer noch von Bedeutung. Diese Substanzen sammeln sich in der Lebensmittelkette an.
  • Invasive Arten werden durch die Schifffahrt und die Aquakultur verbreitet und können verheerende Auswirkungen auf die Ökosysteme und die Gesellschaft haben. Der jährliche wirtschaftliche Verlust aufgrund invasiver, im Wasser lebenden Arten wird weltweit auf über 100 Mrd. USD geschätzt.
  • Nicht nachhaltige Fischerei wird in allen europäischen Meeren betrieben und stellt eine Bedrohung für die Erhaltung der europäischen Fischbestände dar. Destruktive Fischereipraktiken – wie die Grundschleppnetzfischerei – werden fortgesetzt. Fische, Vögel, Säugetiere und Schildkröten enden als Beifang und die Lebensräume und Ökosysteme im Meer leiden durch die Auswirkungen der Fanggeräte. Die Fischerei kann das Ökosystem im Meer verändern.
  • Obwohl der Schutz der Lebensräume und Arten im Meer und an der Küste über die Ausweisung von Schutzgebieten im Meer und an der Küste als Bestandteil von Natura 2000 Fortschritte macht, ist dies ein langsamer und schwieriger Prozess. Der Status bestimmter Lebensräume an der Küste und der meisten Lebensräume im Meer bleibt unbewertet; 22 % der Meeressäugetiere sind vom Aussterben bedroht.
  • Der Tourismus, der verantwortlich ist für die Stadtentwicklung an der Mittelmeerküste wird nun an der Küste des Schwarzen Meeres ebenfalls zum Entwicklungsmotor.
  • Der Klimawandel bewirkt einen Temperaturanstieg an der Meeresoberfläche und einen Anstieg des Meeresspiegels. Als Reaktion auf diese Veränderungen verlagern an der Küste und im Meer lebende Arten ihre geografische und jahreszeitliche Verbreitung; das Management der Fischerei und der natürlichen Lebensräume wird sich zunehmend an diese Veränderungen anzupassen haben, um die ökologische Nachhaltigkeit zu gewährleisten. Der pH-Wert der Ozeane wird als Reaktion auf die steigenden CO2-Konzentrationen in der Atmosphäre weiterhin abnehmen; die Korallenriffe als Zentren der biologischen Vielfalt in den europäischen Überseegebieten sind durch steigende Temperaturen und Versauerung bedroht.

Politische Strategien der EU

Die Lösung von Umweltproblemen an den europäischen Küsten und Meeren erfordert eine politische Antwort, die mit den verschiedenen, mit Wasser, Natur, Verschmutzung, Fischerei, Klimawandel und Raumplanung verbundenen Politikbereichen in Zusammenhang steht. Historisch wurden diese Politikbereiche stets getrennt voneinander betrachtet, mit der Verabschiedung der Meeresstrategie-Rahmenrichtlinie (MSRL) 2008 wurde jedoch ein integrierter Ansatz verfolgt: der Managementansatz berücksichtigt das gesamte Ökosystem und setzt das Ziel, für zahlreiche spezifische Umweltaspekte einen guten Umweltzustand zu erzielen. Die MSRL wird unterstützt durch die Wasserrahmenrichtlinie (WRR), die durch die Berücksichtigung der Belastung durch Nährstoffe und Chemikalien sowie der hydromorphologischen Belastung den ökologischen Status in Küsten- und Übergangsgewässern reguliert sowie durch die Habitat- und Vogelschutzrichtlinien, die für bestimmte Lebensräume und Arten an der Küste und im Meer Ziele zur Erhaltung festlegen.

Es wird ein fortgesetztes Wachstum der auf das Meer bezogenen, landwirtschaftlichen und tourismusbezogenen Sektoren erwartet; ein wichtiges künftiges Ziel für die MSRL besteht darin, über Managementstrategien sicherzustellen, dass dieses Wachstum ökologisch nachhaltig ist. Solche Strategien können durch die Umsetzung der Planungsprinzipien in Übereinstimmung mit dem integrierten Küstenzonenmanagement (IKZM) und der maritimen Raumordnung (MRO) besser unterstützt werden.

Obwohl die MSRL ein Umweltziel für den Status der Fischbestände setzt, werden alle Fischereiaspekte durch die Gemeinsame Fischereipolitik (GFP) geregelt. Eine neue Reform wird 2012 verabschiedet werden.

Weiterführende Links

  • Die MSRL fordert einen guten Umweltzustand für zahlreiche biologische Elemente, einschließlich der Fische, der bis 2020 in Meeresgewässern zu erreichen ist. Es wird erwartet, dass die Belastungen und Auswirkungen der Verschmutzung in der Meeresumwelt durch die Richtlinie reduziert werden.
  • Das IKZM empfiehlt die Entwicklung von Strategien zur Erreichung einer nachhaltigen Küstenentwicklung.
  • Die MRO ist ein Instrument, das die Entwicklung von Strategien zur nachhaltigen Nutzung der Meere unterstützt, indem die verschiedenen Nutzer der Meere zusammengeführt werden.
  • Die WRR fordert bis 2015 das Erreichen eines guten Umweltzustand oder eines guten ökologischen Potenzials der biologischen und chemischen Elemente in Flußmündungsgebieten und an den Küsten der EU. Es wird erwartet, dass durch die Richtlinie die Belastungen und Auswirkungen der Verschmutzung auf Flußmündungsgebiete und Küsten reduziert wird. Die Richtlinie wird ebenfalls die Belastungen aufgrund hydromorphologischer Veränderungen reduzieren.
  • Die Nitratrichtlinie zielt auf die Reduzierung der auf die Landwirtschaft zurückzuführenden Nitratverschmutzung ab.
  • Die Richtlinie über die Behandlung von kommunalem Abwasser zielt auf die Reduzierung der Verschmutzung aus Kläranlagen und bestimmenten Industriezweigen ab.
  • Die EU-Habitat- und Vogelschutzrichtlinien (siehe EU-Gesetzgebung zur Natur) bilden die Eckpfeiler der europäischen Naturschutzpolitik. Die Habitat-Richtlinie ist auf zwei Pfeilern aufgebaut: dem Natura 2000 Netzwerk für geschützte Gebiete und dem strengen Artenschutzsystem.
  • Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen wirkt auf globaler Ebene der Bedrohung durch den Klimawandel entgegen. Das Kyoto-Protokoll setzt verbindliche Emissionsziele für diejenigen Entwicklungsländer fest, die das Protokoll ratifiziert haben, wie die EU-Mitgliedstaaten. Erfahren Sie mehr über die politischen Strategien zur Bekämpfung des Klimawandels.
Dokumentaktionen

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