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Wissenschaft, Politik und Gesellschaft verknüpfen

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Seit jeher sind wir von der Atmosphäre, dem Wettergeschehen und den jahreszeitlichen Schwankungen fasziniert und beobachten diese. Im 4. Jahrhundert vor Christus fasste Aristoteles‘ Abhandlung „Meteorologie“ die Betrachtungen des großen Philosophen nicht nur zur Wetterlage, sondern zu den Geowissenschaften im Allgemeinen zusammen. Bis ins 17. Jahrhundert hat Luft das „Nichts“ symbolisiert. Man nahm an, dass Luft keine Masse besitzt, bis Galileo Galilei wissenschaftlich nachweisen konnte, dass es doch so ist.
ImaginAIR: Winde des Wechsels

ImaginAIR: Winde des Wechsels  Image © Tamas Parkanyi

Seit der industriellen Revolution nimmt die durch menschliche Tätigkeiten verursachte Belastung des Ökosystems der Erde immer mehr zu. Eine der Folgen ist die Luftverschmutzung.

Tamas Parkanyi, Ungarn (ImaginAIR)

Heute haben wir ein viel umfangreicheres Wissen und Verständnis über unsere Atmosphäre. Wir können Stationen errichten, die die Luftqualität überwachen und sind fähig, innerhalb von Minuten die chemische Zusammensetzung der Luft an diesen Orten zu bestimmen sowie ihre Auswirkungen auf langfristige Trends. Außerdem haben wir einen klaren Überblick über die Quellen der Luftverschmutzung in Europa. Wir können die Menge der Schadstoffe abschätzen, die von einzelnen Industrieanlagen an die Luft abgegeben werden. Wir können Luftbewegungen vorhersagen und beobachten und bieten sofortigen und kostenlosen Zugang zu diesen Informationen. Unser Verständnis der Atmosphäre und ihrer chemischen Wechselwirkungen hat sich seit Aristoteles erheblich verändert.

Die Atmosphäre ist komplex und dynamisch. Die Luft bewegt sich weltweit und das Gleiche gilt auch für die Schadstoffe, die in der Luft enthalten sind. Emissionen von Autoabgasen in städtischen Gebieten, Waldbrände, durch Landwirtschaft ausgestoßenes Ammoniak, Kohlekraftwerke und selbst Vulkanausbrüche beeinflussen die Qualität der Luft, die wir atmen. In manchen Fällen sind die Schadstoffquellen Tausende von Kilometern von den Orten entfernt, an denen sie Schaden anrichten.

Wir wissen auch, dass schlechte Luftqualität dramatische Auswirkungen auf unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden sowie auf die Umwelt haben kann. Luftverschmutzung kann Atemwegserkrankungen auslösen und verschlimmern, Waldschäden verursachen, Böden und Gewässer versauern, die Ernteerträge verringern und Gebäude korrodieren lassen. Wir können auch sehen, dass viele Luftschadstoffe zum Klimawandel beitragen und dass der Klimawandel selbst die Luftqualität in Zukunft beeinflussen wird.

Corn

(c) Gülçin Karadeniz

Richtlinien haben die Luftqualität verbessert, aber ...

Als Folge einer stetig wachsenden Beweislast seitens der Wissenschaft  -  resultierend aus Forderungen der Gesellschaft und zahlreicher Rechtsvorschriften,-  hat sich die Luftqualität in Europa in den letzten 60 Jahren erheblich verbessert. Die Konzentration vieler Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid und Benzol ist stark zurückgegangen. Die Bleikonzentration ist deutlich unter die von den Rechtsvorschriften vorgegebenen Höchstwerte gesunken.

Aber trotz dieser Errungenschaften hat Europa noch immer nicht die Luftqualität erreicht, die in seinen Rechtsvorschriften vorgesehen ist oder von der Bevölkerung gefordert wird. Feinstaub und Ozon sind heute die zwei wichtigsten Schadstoffe in Europa, die ein ernst zu nehmendes Risiko für die menschliche Gesundheit und die Umwelt darstellen.

Die aktuellen Gesetze und Maßnahmen für die Luftqualität zielen auf bestimmte Sektoren, Prozesse, Brenn- und Schadstoffe ab. Manche dieser Gesetze und Maßnahmen begrenzen die Menge an Schadstoffen, die Länder in die Atmosphäre freisetzen dürfen. Andere Maßnahmen zielen darauf ab, die Belastung der Bevölkerung durch ungesunde Schadstoffwerte zu reduzieren, indem hohe Konzentrationen begrenzt werden — die Menge eines bestimmten Schadstoffs in der Luft an einem bestimmten Ort zu einer bestimmten Zeit.

Viele EU-Länder haben es nicht geschafft, ihre von Richtlinien abgedeckten Emissionsziele für einen oder mehrere Luftschadstoffe (vor allem Stickoxide) zu erreichen. Die Konzentrationen sind ebenfalls eine Herausforderung. Viele städtische Gebiete kämpfen mit den Werten von Feinstaub, Stickstoffdioxid und bodennahem Ozon, die höher als die in den Richtlinien festgelegten Grenzwerte sind.

Weitere Verbesserungen sind nötig

Aktuelle Meinungsumfragen zeigen, dass sich die europäische Bevölkerung eindeutig Sorgen um die Luftqualität macht. Beinahe jeder fünfte Europäer sagt, dass er unter Atemwegsproblemen leidet,  wobei nicht alle unbedingt mit schlechter Luftqualität zusammenhängen müssen. Vier von fünf denken, dass die EU zusätzliche Maßnahmen vorschlagen sollte, um die Probleme der Luftqualität in Europa anzugehen.

Und drei von fünf fühlen sich nicht über die Probleme der Luftqualität in ihrem Land informiert. Trotz der erheblichen Verbesserungen in den letzten Jahrzehnten denken nur knapp 20 % der Europäer, dass sich die Luftqualität in Europa tatsächlich verbessert hat. Mehr als die Hälfte der Europäer ist sogar der Meinung, dass sich die Luftqualität in den letzten 10 Jahren verschlechtert hat.

Über Probleme im Zusammenhang mit der Luftqualität zu sprechen ist unerlässlich. Dadurch wird nicht nur unser Verständnis vom heutigen Zustand der Luft in Europa verbessert, sondern es hilft auch, die Auswirkungen einer Belastung durch hohe Luftverschmutzung zu reduzieren. Für manche Menschen, deren Angehörige unter Atemwegs- oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen leiden, kann es sehr wichtig sein, die Luftverschmutzungswerte ihrer Stadt zu kennen oder Zugang zu genauen und aktuellen Informationen zu erhalten.

People on the street

(c) Valerie Potapova | Shutterstock

Potentielle Vorteile durch aktives Handeln sind erheblich

Dieses Jahr beginnt die Europäische Union mit dem Entwurf ihrer zukünftigen Luftpolitik. Dies ist keine leichte Aufgabe. Auf der einen Seite müssen die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf die öffentliche Gesundheit und die Umwelt minimiert werden. Die Kostenschätzungen dieser Auswirkungen sind auffallend hoch.

Auf der anderen Seite gibt es keine einfache und schnelle Lösung, um die europäische Luftqualität zu verbessern. Hierfür müssen viele verschiedene Schadstoffe aus unterschiedlichen Quellen über einen langen Zeitraum in Angriff genommen werden. Es bedarf auch eines strukturierteren Wandels in unserer Wirtschaft hin zu umweltbewussterem Verbrauch und Herstellungsverfahren.

Die Wissenschaft zeigt, dass selbst kleine Verbesserungen der Luftqualität — vor allem in stark bevölkerten Gegenden — positive Auswirkungen auf die Gesundheit und wirtschaftliche Kosteneinsparungen zur Folge haben: Bürger, die weniger unter verschmutzungsbedingten Krankheiten leiden, haben eine höhere Lebensqualität, und auf Grund einer sinkenden Zahl der Krankheitstage und geringerer Kosten für die medizinische Versorgung der Bevölkerung wird eine höhere Produktivität erreicht.

Die Wissenschaft zeigt zudem, dass die Maßnahmen zur Bekämpfung der Luftverschmutzung viele Vorteile mit sich bringen. Zum Beispiel sind auch manche Treibhausgase allgemein bekannte Luftverschmutzer. Indem sichergestellt wird, dass sich die Richtlinien zum Klima und zur Luft gegenseitig ergänzen, kann der Klimawandel bekämpft und gleichzeitig die Luftqualität verbessert werden.

Durch eine optimierte Umsetzung der Rechtsvorschriften bietet sich eine weitere Möglichkeit zur Verbesserung der Luftqualität. In vielen Fällen sind es die örtlichen und regionalen Behörden, die die Richtlinien durchsetzen und sich mit den täglichen Herausforderungen, die durch eine schlechte Luftqualität entstehen, auseinandersetzen müssen. Häufig sind es die Behörden, die den Menschen, die von der Luftverschmutzung betroffen sind, am nächsten sind. Dabei haben die örtlichen Behörden eine Fülle von Informationen und konkreten Lösungen, um mit der Luftverschmutzung in ihrer Gegend umzugehen. Es ist äußerst wichtig, diese örtlichen Behörden zusammenzubringen, damit sie ihre Herausforderungen, Ideen und Lösungen austauschen können. Dabei werden sie neue Wege finden, um die in den Rechtsvorschriften festgehaltenen Ziele zu erreichen, die Bevölkerung besser zu informieren und letztlich die gesundheitlichen Auswirkungen der Luftverschmutzung zu reduzieren.

Wir stehen jetzt vor der Herausforderung, unser wachsendes Wissen über die Luft in bessere Richtlinien und Gesundheitsergebnisse umzuwandeln. Welche Maßnahmen können wir ergreifen, um die Auswirkungen der Luftverschmutzung auf unsere Gesundheit und Umwelt zu mindern? Welche Möglichkeiten stehen uns zur Verfügung? Und wie gelangen wir zum Ziel?

Genau in Zeiten wie diesen müssen Wissenschaftler, politische Entscheidungsträger und Bürger Hand in Hand arbeiten, um diese Fragen anzugehen und die Luftqualität in Europa weiter zu verbessern.

Prof. Jacqueline McGlade
Exekutivdirektorin

 

 

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