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Abfall in Grönland

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Von dicht besiedelten Städten zu entlegenen Siedlungen erzeugen wir überall, wo wir leben, Abfälle. Lebensmittelreste, elektronischer Abfall, Batterien, Papier, Plastikflaschen, Kleider, Altmöbel – alles muss entsorgt werden. Manche Abfälle werden wiederverwendet oder recycelt; andere werden verbrannt oder auf Deponien verbracht. Es gibt keine Universallösung für die Abfallbeseitigung, die überall funktionieren würde. Unabhängig davon, wie wir vorgehen, müssen die Gegebenheiten vor Ort berücksichtigt werden. Schließlich ist Abfall zuallererst ein lokales Problem. In Grönland mit seiner geringen Bevölkerungsdichte, den großen Entfernungen zwischen den Siedlungen und einer fehlenden Straßeninfrastruktur löst die Regierung die Abfallfrage des Landes wie folgt:
Waste in Greenland

Waste in Greenland  Image © EEA/Ace&Ace

Interview mit Per Ravn Hermansen

Per Ravn Hermansen lebt in Nuuk, der Hauptstadt Grönlands. Er ist von Dänemark hergezogen, um für das Abfallmanagement des grönländischen Ministeriums für Inneres, Natur und Umwelt zu arbeiten.

Wie ist es, in Grönland zu leben?

“Das Leben in Nuuk unterscheidet sich nicht wesentlich vom Leben in einer beliebigen mittelgroßen Stadt, es ist ähnlich wie in den Städten Dänemarks. Es gibt dieselbe Art von Geschäften und Einrichtungen. In Nuuk leben ungefähr 15 000 Menschen. Während in Nuuk sowohl Grönländisch als auch Dänisch gesprochen wird, wird in den kleineren Siedlungen fast ausschließlich Grönländisch gesprochen.

Ich lebe seit 1999 hier und bin der Ansicht, dass die Menschen dieselben Produkttypen konsumieren wie in der übrigen Welt, zum Beispiel PCs und Mobiltelefone. Und ich denke auch, dass die Leute sich des Abfallproblems in zunehmendem Maße bewusst werden.”

Was macht das Abfallproblem in Grönland einzigartig?

Copyright: EEA/Ace&Ace“In Grönland leben ca. 55000 Personen und wie überall in der Welt erzeugen sie Abfall. In vielerlei Hinsicht ist das „Abfallproblem“ in Grönland dasselbe wie überall. Die grönländischen Unternehmen und Haushalte erzeugen verschiedene Abfalltypen, die beseitigt werden müssen, ohne die Umwelt zu schädigen.

Andererseits ist Grönlands Abfallproblem aufgrund seiner Größe, genauer gesagt aufgrund der verstreuten Siedlungen, einzigartig. Es gibt sechs relativ große Städte, elf kleinere Städte und ungefähr sechzig Siedlungen mit 30 bis 300 Einwohnern, die über die Küste verstreut sind. Die Mehrheit der Bevölkerung lebt an der Westküste, aber es gibt auch kleine Siedlungen und Städte an der Ostküste.

Nur sechs Städte verfügen über Verbrennungsanlagen und das ist nicht ausreichend, um eine ökologisch ausreichende Behandlung von brennbaren Abfällen zu erreichen. Und es gibt keine Straßen, die die Städte und Siedlungen miteinander verbinden, was bedeutet, dass der Transport der Abfälle zu den Verbrennungsanlagen nicht einfach ist. Güter werden in erster Linie auf dem Seeweg transportiert.

Zum aktuellen Zeitpunkt haben wir nur eine notdürftige Vorstellung vom Umfang der in Grönland erzeugten Siedlungsabfälle, der unserer Ansicht nach noch ansteigt. Die Hälfte der Siedlungen verfügt über so etwas wie Verbrennungsöfen und der Rest verbrennt die Abfälle unter freiem Himmel oder lagert ihn auf Deponien.

Letztlich meine ich, dass alle Abfallprobleme viele gemeinsame Elemente haben, dabei sind aber alle auch einzigartig. Abfall ist ein lokales Problem mit weitreichenden Auswirkungen. Lösungen müssen diese Dualität berücksichtigen.”

Was ist mit Sondermüll und elektronischem Abfall?

“Die Einrichtungen in den größten Städten zerlegen elektronischen Abfall und behandeln Sondermüll. Anschließend werden diese Abfälle bis zu ihrem Abtransport nach Dänemark eingelagert. Grönland importiert alle möglichen Produkte, einschließlich Lebensmittel, Kleidung und Fahrzeuge, die meistens aus Aalborg angeliefert werden. Die Schiffe werden auf dem Rückweg nach Dänemark mit Sondermüll und elektronischen Abfällen beladen.”

In den vergangenen Jahren haben multinationale Bergbauunternehmen begonnen, nach unerschlossenen Öl- oder Mineralreserven zu suchen. Was geschieht mit dem Bergbauabfall?

“In Grönland verfolgen wir eine Strategie, bei der alles über nur eine Stelle abgewickelt wird. Die Bergbauunternehmen erhalten alle erforderlichen Genehmigungen von derselben Behörde. Das bedeutet, sie reichen ihre Anträge, mit denen alle Betriebsaspekte einschließlich der Abfälle abgedeckt werden, bei der Behörde für Mineralien und Erdöl ein.

Fast alle ihre Tätigkeiten werden in einiger Entfernung von Städten und Siedlungen durchgeführt. Was brennbare Abfälle anbelangt, so können die Unternehmen mit den Kommunen vor Ort für die Nutzung von Verbrennungsanlagen Geschäfte abschließen. Dieser zusätzliche Bedarf an Abfallverbrennung ist eine zusätzliche Belastung für die lokale Verbrennungskapazität.”

Wie gehen Sie mit diesem Problem um?

“Eine der Optionen, die aktuell erörtert werden, besteht im Bau von regionalen Verbrennungsanlagen und dem Transport der Abfälle. Es ist klar, dass wir nicht in allen Städten Abfallbehandlungsanlagen bauen können. Wir untersuchen auch die Wärmeerzeugung – Wärme für Haushalte durch Abfallverbrennung.

In den kleineren Städten beginnen wir mit der Einrichtung von Anlagen zur Zerlegung von elektronischen Abfällen und zur Behandlung von Sondermüll. In kleinen Siedlungen stellen wir Container für elektronische Abfälle und Sondermüll auf, die dann zu den Einrichtungen in den Städten transportiert werden können.

Wir setzen aktuell zwei Pilotprojekte zum Transport von brennbaren Abfällen in Städte mit Verbrennungsanlagen um.

Die Regierung von Grönland verfügt über einen nationalen Plan zur Abfallwirtschaft und die Maßnahme, die ich soeben erwähnt habe, ist Bestandteil dieses Plans.”

Per Ravn HermansenPer Ravn Hermansen, Grönländisches Ministeriums für Inneres, Natur und Umwelt

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