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Unsere Wirtschaft „begrünen“

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Die meisten Menschen werden 2011 als Jahr der Finanzkrise, der japanischen Erdbeben-Tsunami-Nuklearkatastrophe, der Rettungsaktionen für Länder in Europa und der mit dem arabischen Frühling verknüpften Massenproteste, der „Occupy Wall Street“ Bewegung sowie der spanischen „Indignados“ in Erinnerung behalten. Nur wenige werden sich daran erinnern, dass es auch das Jahr war, in dem Wissenschaftler über 18 000 neue auf der Erde lebende Arten entdeckten. Noch weniger Personen können eine Art nennen, die für ausgestorben erklärt wurde.
Indian farmer

Indian farmer  Image © EEA/John McConnico

Auf den ersten Blick scheint das Schicksal bedrohter Arten zu einer Welt fern der Wirtschaft zu gehören. Wenn wir jedoch genauer hinsehen, beginnen wir die Verbindungen zwischen den beiden Elementen zu verstehen. Der „intakte Zustand“ der natürlichen Systeme ist eine Voraussetzung für den „intakten Zustand“ unserer sozialen und wirtschaftlichen Systeme. Kann etwa von einer florierenden Gesellschaft gesprochen werden, wenn diese Luft- und Wasserverschmutzung ausgesetzt ist und die damit verbundenen Gesundheitsprobleme ertragen muss? Und kann eine Gesellschaft „funktionieren“, wenn ein großer Bevölkerungsanteil arbeitslos ist oder nicht über die Runden kommt?

Ungeachtet der Lücken und Unsicherheiten in unserem Verständnis sehen wir, dass unsere Welt im Wandel begriffen ist. Nach 10 000 Jahren relativer Stabilität ist weltweit ein Anstieg der durchschnittlichen Temperaturen zu beobachten. Obwohl die Treibhausgasemissionen der Europäischen Union zurückgehen, werden aus fossilen Brennstoffen mehr Treibhausgase in die Atmosphäre abgegeben, als unser Land und unsere Ozeane absorbieren können. Bestimmte Regionen sind durch die potenziellen Auswirkungen des Klimawandels stärker gefährdet – und oft sind es diejenigen Länder, die auf eine Anpassung an neue Klimabedingungen am wenigsten vorbereitet sind.

Mit mehr als sieben Milliarden Menschen auf der Erde spielt der Mensch eindeutig eine Rolle in der Steuerung und Beschleunigung dieses Wandels. Tatsächlich kann das heutige Niveau an Konsum und Produktion die Umwelt schädigen. Und dies auf eine Weise, die unseren Planeten für zahlreiche Arten, uns selbst eingeschlossen, unbewohnbar macht. Viele Menschen in den Entwicklungsländern streben nach einem Lebensstil, der dem in den Industrieländern ähnlich ist, wodurch unsere natürlichen Systeme zusätzlich unter Druck geraten können.

Wir verlieren weltweit die biologische Vielfalt mit einer in der Geschichte bisher nie dagewesenen Geschwindigkeit. Die Aussterberate kann bis zu 1 000 Mal höher sein als die natürliche Aussterberate. Die Zerstörung von Lebensräumen ist einer der Hauptgründe hierfür.

Obwohl sich die Gesamtwaldfläche in Europa in den vergangenen Jahrzehnten vergrößert hat, ist dies weltweit gesehen eine ganz andere Geschichte. Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen schätzt, dass jährlich ungefähr 13 Millionen Hektar Wald in der Welt (grob gesagt eine Fläche, die der Größe Griechenlands entspricht) gerodet und einer anderen Flächennutzung zugeführt werden, etwa für Weidevieh, Bergbau, Landwirtschaft oder Stadtentwicklung. Und Wälder sind nicht die einzigen bedrohten Ökosysteme. Viele andere natürliche Lebensräume sind aufgrund menschlicher Aktivitäten gefährdet.

Der weitere Weg: eine integrative grüne Wirtschaft

Milliarden Menschen stehen täglich in erster Linie vor dem Problem, Essen auf den Tisch zu bringen und ihre Kinder in der Hoffnung auf eine bessere Zukunft zur Schule zu schicken. Für sie ist es fast unmöglich, sich nicht nach kurzfristigen Lösungen umzusehen. Es sei denn, man kann diesen Menschen andere und bessere Möglichkeiten bieten ...

Es ist klar, dass unsere wirtschaftliche Tätigkeit natürliche Ressourcen erfordert. Aber dies als Dilemma zu sehen – die Wahl zwischen dem Erhalt der Umwelt und der wirtschaftlichen Entwicklung –, wäre irreführend. Langfristig benötigt wirtschaftliche und soziale Entwicklung ein nachhaltiges Management der natürlichen Ressourcen.

Gegen Jahresende 2011 war eine von zehn Personen in der Europäischen Union arbeitslos. Bei jungen Menschen war es mehr als jeder fünfte. Die Arbeitslosigkeit stellt für den Einzelnen, die Familien und die Gesellschaft als Ganzes eine schwere Belastung dar. 2010 war nahezu ein Viertel der Bevölkerung in der EU von Armut oder sozialem Ausschluss bedroht. Weltweit ist die Armutsquote noch höher.

Unsere gegenwärtigen Wirtschaftsmodelle berücksichtigen in keiner Weise den Nutzen, den eine intakte Umwelt bietet. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) – der wirtschaftliche Indikator, der üblicherweise für die Bestimmung des Entwicklungsniveaus und des Lebensstandards eines Landes sowie seines Status im Vergleich mit anderen Ländern verwendet wird – basiert auf dem Wert der wirtschaftlichen Leistung. Das BIP beinhaltet nicht den sozialen und menschlichen Preis, den wir für die Nebenwirkungen der wirtschaftlichen Aktivitäten wie beispielsweise Luftverschmutzung bezahlen. Im Gegenteil, die Gesundheitsdienste, die für Personen mit Atemwegserkrankungen erbracht werden, sind ebenfalls als positiver Beitrag in das BIP integriert.

Wir sind herausgefordert, in Erfahrung zu bringen, wie wir unser Wirtschaftsmodell umgestalten können. Und zwar so, dass wir Wachstum erzeugen und die Lebensqualität in der Welt verbessern, ohne die Umwelt zu schädigen und bei gleichzeitiger Wahrung der Interessen zukünftiger Generationen. Die Lösung wird als „grüne Wirtschaft“ bezeichnet.

Obwohl das Konzept einfach aussieht, ist die Umsetzung dieser Idee in die Realität sehr viel schwieriger. Hier ist eindeutig technologische Innovation gefragt. Es sind jedoch auch viele andere Veränderungen notwendig: die Art und Weise, wie wir unsere Unternehmen organisieren, wie wir unsere Städte konzipieren, wie wir Personen und Güter befördern, also im Wesentlichen, wie wir leben.

Wenn wir dies in die Wirtschaft umsetzen wollen, müssen wir eine langfristige Nachhaltigkeit in allen Bereichen der Wohlstandserzeugung gewährleisten: beim natürlichen Kapital, Humankapital, sozialen Kapital, Produktionskapital und Finanzkapital. Das Konzept einer grünen Wirtschaft könnte auch in Form dieser verschiedenen, jedoch miteinander verbundenen Kapitaltypen erläutert werden.

Bei der Bewertung von Kosten und Nutzen unserer Entscheidungen müssen die Auswirkungen auf den gesamten Kapitalbestand berücksichtigt werden. Investitionen in Straßen und Fabriken erhöhen möglicherweise unser Produktionskapital, allerdings können sie unseren allgemeinen Wohlstand untergraben, wenn dafür unsere Wälder (Bestandteil unseres natürlichen Kapitals) zerstört oder die öffentliche Gesundheit (Bestandteil des Humankapitals) geschädigt werden.

Vor uns liegende Möglichkeiten

Die Veränderung der Art und Weise, wie wir leben, produzieren und konsumieren, eröffnet tatsächlich eine neue Welt voller Möglichkeiten. Signale 2012 möchte Ihnen einen Überblick geben, wo wir uns heute, genau 20 Jahre nach dem Umweltgipfel 1992 im brasilianischen Rio de Janeiro, befinden. Signale 2012 zeigt Ihnen, wie Wirtschaft und Umwelt miteinander verknüpft sind und warum wir unsere Wirtschaft „begrünen“ müssen. Signale 2012 gibt Ihnen außerdem einen Einblick in die große Bandbreite der verfügbaren Möglichkeiten.

Es gibt keine Einzellösung, mit deren Hilfe wir einen schnellen Übergang schaffen, oder eine Lösung, die allen passt. Abgesehen von gemeinsamen allgemeinen Zielen im Zusammenhang mit der Entsorgung von Abfall muss sich die grönländische Abfallwirtschaft vor Ort möglicherweise mit einer völlig anderen Realität befassen, als dies in Luxemburg der Fall ist.

Die zeitliche Planung spielt eine entscheidende Rolle. Wir benötigen heute Lösungen, mit denen die Umweltprobleme mit den heute verfügbaren Technologien angegangen werden, dürfen dabei aber nicht vergessen, dass die Entscheidungen in Politik und Wirtschaft ständig verbessert und angepasst werden müssen, um mit unserem wachsenden Verständnis der ökologischen und technologischen Entwicklung Schritt zu halten. Viele Lösungen stehen allerdings schon bereit. Und viele andere sind gerade in der Vorbereitung.

Eine Frage der Auswahl

Copyright: Gülcin KaradenizLetztlich ist es eine Frage der Auswahl – in der Politik, in der Wirtschaft und bei den Verbrauchern. Aber wie können wir die beste Möglichkeit auswählen?

Verfügen wir über die Informationen und die Instrumente, die wir benötigen, um eine angemessene Politik zu entwickeln? Gehen wir das Problem auf der „richtigen“ Ebene an? Verfügen wir für Investitionen in erneuerbare Energiequellen über die „richtigen“ Anreize oder Marktsignale? Verfügen wir über die „richtigen“ Informationen auf den Etiketten, mit denen unsere Güter ausgezeichnet sind, sodass wir uns für die grünere Alternative entscheiden können?

Was wir wissen und wann wir dieses Wissen erlangen, ist hilfreich, um die verschiedenen Gemeinschaften dabei zu unterstützen, die „richtige“ Auswahl zu treffen. Letztlich wird dieses Wissen uns in die Lage versetzen, entsprechende Lösungen zu entwickeln und dadurch, dass wir diese mit anderen teilen, neue Möglichkeiten zu schaffen.

Professor Jacqueline McGlade,
Exekutivdirektorin

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