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Der Weg zu globaler Nachhaltigkeit

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Vier Jahrzehnte Umweltmanagement haben dazu beigetragen, Einrichtungen zu schaffen, mit denen wir Umweltprobleme besser verstehen und lösen können. Zwanzig Jahre nach dem Umweltgipfel 1992 treffen sich die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt erneut in Rio de Janeiro, um die globale Verpflichtung zu einer grünen Wirtschaft zu erneuern und die globale Steuerung (Governance) zu verbessern.
India

India  Image © Thinkstock

Auf der Konferenz der Vereinten Nationen über die Umwelt des Menschen (Stockholm, 1972) traf sich die internationale Gemeinschaft zum ersten Mal, um gemeinsam über globale Umwelt- und Entwicklungserfordernisse nachzudenken. Im Anschluss an diese Konferenz wurde das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) aufgelegt, dessen 40. Jahrestag 2012 gefeiert wird. Und in vielen Ländern der Welt wurden Umweltministerien eingerichtet.

Nachhaltige Entwicklung hat für jeden eine andere Bedeutung. Eine grundlegende Definition aus dem Jahr 1987 beschreibt sie jedoch folgendermaßen: „Entwicklung, die die Bedürfnisse der Gegenwart befriedigt, ohne zu riskieren, dass künftige Generationen ihre eigenen Bedürfnisse nicht befriedigen können“ (Bericht der Weltkommission für Umwelt und Entwicklung „Unsere gemeinsame Zukunft“). Diese „Bedürfnisse“ sind nicht nur wirtschaftliche Interessen, sondern auch die ökologischen und sozialen Fundamente globalen Wohlstands.

Im Juni 1992 trafen sich Entscheidungsträger aus 172 Ländern in Rio de Janeiro zur Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung. Ihre Botschaft war eindeutig: „Nur eine Änderung unserer Einstellungen und unseres Verhaltens kann die notwendigen Veränderungen bringen.“ Der Gipfel 1992 war ein Wendepunkt, der Umweltund Entwicklungsthemen mit Nachdruck in den Blickpunkt der Öffentlichkeit rückte.

Der „Umweltgipfel“ legte das Fundament für zahlreiche zentrale internationale Übereinkommen zur Umwelt:

  • Agenda 21 – ein Aktionsplan für nachhaltige Entwicklung
  • die Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung
  • die Waldgrundsatzerklärung
  • das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaänderungen
  • das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die biologische Vielfalt
  • das Übereinkommen der Vereinten Nationen zur Bekämpfung der Wüstenbildung

Genau zwanzig Jahre nach dem historischen Gipfel in Rio kommt die Welt erneut zusammen, um zu diskutieren und über die nächsten Schritte zu entscheiden. Der Umweltgipfel 2012 ist der vierte Gipfel dieser Art und ein weiterer Meilenstein in den internationalen Bemühungen, eine nachhaltige Entwicklung zu erreichen. Die grüne Wirtschaft und die globale Umweltpolitik führen die Tagesordnung an.

„Ich spreche im Namen von mehr als der Hälfte der Weltbevölkerung. Wir sind die schweigende Mehrheit. Sie haben uns zwar einen Platz in diesem Saal gegeben, aber hier geht es nicht um unsere Interessen. Was ist erforderlich, um an diesem Spiel beteiligt zu werden? Lobbyisten? Einfluss von Unternehmen? Geld? Sie führen bereits mein ganzes Leben lang Verhandlungen. In diesem Zeitraum haben Sie Ihre Zusagen nicht eingehalten, Sie haben Ziele verfehlt und Sie haben Versprechen gebrochen.“

Anjali Appadurai, Student am College of the Atlantic in seiner Rede im Namen nichtstaatlicher Jugendorganisationen am 9. Dezember 2011 in Durban, Südafrika

Es gibt keinen schnellen und einfachen Weg zur Nachhaltigkeit. Der Übergang erfordert gemeinsame Anstrengungen, die von Politikern, Unternehmen und Bürgern zu erbringen sind. In manchen Fällen müssen Politiker Anreize schaffen, um Innovationen zu fördern oder umweltfreundliche Unternehmen zu unterstützen.

In anderen Fällen müssen Verbraucher eventuell zusätzliche Kosten tragen, die mit nachhaltigeren Herstellungsverfahren verknüpft sind. Gegebenenfalls müssen Verbraucher gegenüber den Herstellern ihrer bevorzugten Marken anspruchsvoller werden bzw. nachhaltigere Produkte auswählen. Firmen können sauberere Herstellungsverfahren entwickeln und diese weltweit exportieren.

Komplexe Probleme, komplexe Lösungen

Die Komplexität unserer globalen Entscheidungsstrukturen spiegelt die Komplexität der Umwelt wider. Es ist schwierig, das richtige Gleichgewicht zwischen Gesetzgebung, Initiativen des privaten Sektors und der Wahl der Verbraucher zu finden. Es ist ebenso schwierig, in einem Spektrum, das sich von der lokalen bis zur globalen Ebene erstreckt, auf der „richtigen Ebene“ anzusetzen.

Umweltpolitik ist effizienter, wenn sie auf verschiedenen Ebenen entschieden und umgesetzt wird, wobei die „richtige Ebene“ vom jeweiligen Thema abhängt. Nehmen wir zum Beispiel die Wasserwirtschaft. Frischwasser ist eine lokale Ressource, die für globalen Druck anfällig ist.

Copyright: Thinkstock

In den Niederlanden wird die Wasserwirtschaft beispielsweise von Gebietskörperschaften durchgeführt, sie unterliegt jedoch nationaler und europäischer Gesetzgebung. Die niederländische Wasserwirtschaft muss sich daher nicht nur mit lokalen Fragen befassen und damit, was in den Ländern stromaufwärts vor sich geht. Es ist zu erwarten, dass die globale Erwärmung zu einem Anstieg der Meeresspiegel führt. Dies bedeutet, dass die niederländischen öffentlich-rechtlichen Wasserverbände eine entsprechende Planung einleiten müssen.

Die meisten der bestehenden globalen Politikansätze und Einrichtungen, einschließlich des UNEP, wurden geschaffen, weil lokale oder nationale Lösungen zur Behandlung der Probleme versagten und von einer globalen bzw. internationalen Koordination bessere Ergebnisse erwartet wurden. Das UNEP entstand im Anschluss an die Stockholmer Konferenz, weil die Teilnehmer der Meinung waren, dass bestimmte Umweltfragen auf der globalen Ebene besser identifiziert und thematisiert werden können.

Erneuerung der Verpflichtungen erforderlich

Copyright: ShutterstockDer weltweite Handel ermöglicht heutzutage vielen von uns, das ganze Jahr über Tomaten und Bananen zu essen und in den Genuss anderer Produkte zu kommen, deren Bestandteile aus der ganzen Welt kommen. Diese Vernetzung bringt viele Vorteile, birgt jedoch auch gewisse Risiken. Die von einer anderen Person verursachte Verschmutzung kann schließlich in unserem Hinterhof landen. Diese Vernetzung bedeutet, dass wir unsere Verantwortung für den Schutz der globalen Umwelt nicht ignorieren dürfen.

Das Rahmenübereinkommen der Vereinten Nationen über Klimaveränderungen (UNFCCC) war eines der Ergebnisse des Umweltgipfels von Rio 1992. Das Übereinkommen zielt auf eine Stabilisierung der Treibhausgasemissionen ab, die zum Klimawandel beitragen. Der Erfolg vieler internationaler Übereinkommen wie des UNFCCC hängt von der Selbstverpflichtung der beteiligten Parteien ab. Verpflichtet sich jedoch nur eine begrenzte Anzahl von Ländern, wird dies nicht ausreichen, um die Umwelt zu schützen. Auch dann nicht, wenn die Prinzipien der grünen Wirtschaft von diesen Ländern in vollem Umfang umgesetzt werden.

Der diesjährige Gipfel bietet eine Möglichkeit, die globale Verpflichtung zur Nachhaltigkeit zu erneuern. Als Bürger, Verbraucher, Wissenschaftler, Wirtschaftsführer, Politiker müssen wir alle die Verantwortung für unsere Handlungen übernehmen – aber auch für unsere Untätigkeit.

Ein Auszug aus der Rio-Erklärung über Umwelt und Entwicklung

Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung, 3.–14. Juni 1992, Rio de Janeiro, Brasilien

  • Grundsatz 1: Die Menschen stehen im Mittelpunkt der Bemühungen um eine nachhaltige Entwicklung. Sie haben das Recht auf ein gesundes und produktives Leben im Einklang mit der Natur.
  • Grundsatz 2: Die Staaten haben im Einklang mit der Charta der Vereinten Nationen und den Grundsätzen des Völkerrechts das souveräne Recht, ihre eigenen Ressourcen entsprechend ihrer eigenen Umwelt- und Entwicklungspolitik auszuschöpfen, und haben die Verantwortung, dafür Sorge zu tragen, dass Tätigkeiten unter ihrer Hoheitsgewalt oder Kontrolle der Umwelt anderer Staaten oder Gebiete jenseits der Grenzen des Bereichs nationaler Hoheitsbefugnisse keinen Schaden zufügen.
  • Grundsatz 3: Das Recht auf Entwicklung muss so verwirklicht werden, dass den Entwicklungs- und Umweltbedürfnissen der heutigen und der kommenden Generationen in gerechter Weise entsprochen wird.
  • Grundsatz 4: Damit eine nachhaltige Entwicklung zustande kommt, muss der Umweltschutz Bestandteil des Entwicklungsprozesses sein und darf nicht von diesem getrennt betrachtet werden.
  • Grundsatz 5: Alle Staaten und alle Menschen müssen bei der grundlegenden Aufgabe, als unverzichtbare Voraussetzung für die nachhaltige Entwicklung die Armut zu beseitigen, zusammenarbeiten, um Ungleichheiten im Lebensstandard zu verringern und den Bedürfnissen der Mehrheit der Menschen in der Welt besser gerecht zu werden.

Zusätzliche Informationen

Geographic coverage

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