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Gesundheit im Klimawandel

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Im August 2007 entdeckten lokale Gesundheitsbehörden in Italien eine hohe Anzahl von Fällen einer ungewöhnlichen Erkrankung in Castiglione di Cervia und Castiglione di Ravenna, zwei durch einen Fluss getrennten kleinen Dörfern. Fast 200 Menschen waren betroffen, und ein älterer Mann starb (Angeline et al., 2007).

 Image © John McConnico

Nach einer gründlichen Untersuchung fand man heraus, dass es sich bei der Krankheit um Chikungunyafieber handelte, das von einem Virus der Aedes- oder Tigermücken, die hauptsächlich in Afrika und Asien heimisch sind, auf Menschen übertragen wird. Als Quelle der Infektion wurde ein Mann ermittelt, der in der Region Urlaub machte.

Man nimmt an, dass sich der kranke Mann angesteckt hatte, bevor er nach Europa reiste, aber von einer Tigermücke in Italien gestochen wurde. Die Tigermücke ist ein Überträger des Virus, und das Insekt soll das Virus auf eine andere Person im Dorf übertragen haben. Dies löste eine Kettenreaktion aus: Tigermücken stachen infizierte Menschen und verbreiteten so das Virus, bis es zu einer kleinen Epidemie kam.

Ein Netz von Wechselwirkungen

Der Ausbruch des Chikungunyafiebers hing von einem vielfältigen Netz von Wechselwirkungen und Bedingungen ab, die einige der Gesundheitsrisiken und ‑herausforderungen aufzeigen, vor denen wir in einer globalisierten Welt stehen. Tourismus, Klimawandel, Handel, Artenwanderung und öffentliche Gesundheit spielten in dieser Situation eine Rolle.

Angenommen wird, dass die Tigermücke mit verschiedenen Importwaren – von Zierpflanzen wie „Glücksbambus“ bis zu Altreifen – nach Europa gelangte. Die Mückenlarve ist in vielen Teilen Europas zu finden, überlebt aber im Freien nur in wärmeren, südlichen Ländern oder in Gewächshäusern weiter im Norden, wie beispielsweise in den Niederlanden.

Dengue und West-Nil-Fieber sind nun auch in Europa zu finden und werden ebenfalls durch Mückenstiche übertragen. Laut dem Europäischen Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) in Stockholm ist die West-Nil-Fieber- Infektion seit dem ersten großen Ausbruch in Rumänien 1996 zu einem großen Problem der öffentlichen Gesundheit in Europa geworden. Derzeit gibt es keine Impfung, und die wichtigsten Präventionsmaßnahmen zielen darauf ab, das Risiko von Mückenstichen zu senken.

Intensive Nahrungsmittelproduktion

Möglicherweise schaffen wir die erforderlichen Bedingungen für die Verbreitung von Infektionskrankheiten – Bedingungen, die es früher nicht gab. So gibt zum Beispiel die Industrialisierung der Nahrungsmittelproduktion Anlass zu großer Sorge.

Durch die intensive Zucht einer Tierart riskieren wir die Erzeugung von „Monokulturen“ mit geringer genetischer Vielfalt. Diese Tiere sind sehr anfällig für Krankheiten, die durch schlechte Hygiene oder Ansteckung von Wildtieren wie Vögeln entstehen. Wenn die Krankheiten in die Monokultur eingedrungen sind, können sie leicht mutieren und auch auf die Menschen übertragen werden, die mit diesen Tieren umgehen. Der Antibiotika- Missbrauch wurde zu einer akzeptierten Methode, um den Mangel an natürlichen Abwehrkräften auszugleichen. Diese Praxis kann zusätzliche Probleme verursachen.

„Moderne effiziente Landwirtschaft schaut ebenso wie die öffentliche Gesundheit auf die Wissenschaft und die Medizin, um einigen Anforderungen einer globalisierten Welt gerecht zu werden. Auch wenn die moderne Landwirtschaft vielen von uns durch ein billigeres und reichliches Nahrungsmittelangebot Vorteile gebracht hat, kann sie auch zu unvorhergesehenen Problemen führen“, erklärt Dr. Marc Sprenger, der Direktor des ECDC.

„Beispielsweise kann durch die extensive Antibiotika-Nutzung in der Landwirtschaft die Wirksamkeit von Antibiotika verringert werden, da die Bakterien resistenter werden, was sich auch auf Menschen auswirken kann“, meint Dr. Sprenger.

Innovation: Umwelt und Gesundheit

Anstrengungen zur Bekämpfung des Klimawandels verbessern die Luftqualität

Das Paket der Europäischen Union zu Klimawandel und erneuerbaren Energien (European Union’s Climate and Renewable Energy, CARE) beabsichtigt

  • die Treibhausgasemissionen bis 2020 um 20% zu senken;
  • den Anteil erneuerbarer Energien bis 2020 um 20% zu erhöhen;
  • die Energieeffizienz bis 2020 um 20% zu verbessern.

Die Anstrengungen zur Erreichung dieser Ziele werden auch die Luftverschmutzung in Europa verringern. Die Verbesserungen bei der Energieeffizienz und die verstärkte Nutzung erneuerbarer Energien werden zu einer reduzierten Verbrennung fossiler Brennstoffe führen, die eine wesentliche Ursache der Luftverschmutzung ist. Diese positiven Nebenwirkungen werden als Zusatznutzen der Klimawandelpolitik bezeichnet.

Laut Schätzungen wird dieses Paket die jährlichen Kosten zur Erreichung der EU-Luftreinhaltungsziele um Milliarden Euro senken. Und die Ersparnisse für die europäischen Gesundheitsbehörden könnten sogar sechsmal so hoch sein.

Zusammenhänge in Europa

Die Ankunft neuer Arten und Krankheiten in Europa ist nur eine der gesundheitlichen Auswirkungen des Klimawandels. Viele andere Einflüsse auf Umwelt und Gesellschaft können am Ende auch die menschliche Gesundheit betreffen, aufgrund von Veränderungen der Wasserqualität und -quantität, der Luft und der Nahrung sowie durch veränderte Wetterbedingungen, Ökosysteme, Landwirtschaften und Lebensräume.

Der Klimawandel kann auch bestehende Umweltprobleme wie die Luftverschmutzung verschlimmern und eine nachhaltige Wasserversorgung und Abwasserentsorgung unmöglich machen.

Die Hitzewelle in Europa im Sommer 2003 mit über 70 000 Todesfällen machte deutlich, wie notwendig eine Anpassung an das veränderte Klima ist. Ältere Menschen und solche mit bestimmten Krankheiten sind stärker gefährdet, und benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind anfälliger. In den Ballungsgebieten mit hoher Bodenversiegelung und Hitze absorbierenden Flächen können die Auswirkungen von Hitzewellen aufgrund der unzureichenden nächtlichen Abkühlung und des geringen Luftzugs noch schlimmer sein.

Für die EU-Bevölkerung wurde geschätzt, dass sich die Sterblichkeit um 1–4% pro Grad Temperaturzunahme über einen (ortsspezifischen) Grenzwert erhöht. In den 2020er-Jahren könnte die geschätzte Steigerung bei der Sterblichkeit im Zusammenhang mit Hitze aufgrund des prognostizierten Klimawandels über 25 000 Personen pro Jahr betragen, und zwar in erster Linie in Mittel- und Südeuropa.

„Die Diskussion, die Gesundheit, Bodennutzung, Landwirtschaft, Tourismus, Handel und Klimawandel in einen Zusammenhang bringt, muss auf kreative Weise entwickelt werden. Derzeit ziehen wir wohl noch keine richtige Verbindung zwischen öffentlicher Gesundheit und Umwelt oder Klimawandel“, sagt Dr. Sprenger.

„Als ich beispielsweise kürzlich ein Gesundheitsministerium besuchte und fragte, wer sich um die Probleme im Zusammenhang mit dem Klimawandel kümmert, erhielt ich die Antwort, es gebe niemanden dafür. Ich möchte hiermit nicht irgendein bestimmtes Ministerium oder eine Behörde aburteilen, aber es zeigt doch, dass wir die Art, wie wir an diese Dinge herangehen, ändern müssen, weil sie alle miteinander zusammenhängen“, erklärt Dr. Sprenger.

„Die öffentlichen Gesundheitssysteme müssen beginnen, sich anzupassen und sich auf die Möglichkeit neuer Krankheiten und neuer Klimabedingungen einzustellen. Patienten können derzeit falsch diagnostiziert werden, weil ihr Arzt ein neues Virus nicht kennt. Viele Krankheiten sehen zunächst nach einer Grippe aus. Um den neuen Herausforderungen zu begegnen, brauchen wir neue Werkzeuge, z. B. Weiterbildungen, und neue Einrichtungen wie flexible und anpassungsfähige Labors“, meint er.

 

MosquitoInvasive Arten

Die asiatische Tigermücke oder Aedes albopictus ist eines der am weitesten verbreiteten Beispiele einer „invasiven Art“. Ihr traditioneller Lebensraum reicht von Pakistan bis Nordkorea. Sie ist nun auf der ganzen Welt zu finden und wurde als die „invasivste Mücke der Welt“ bezeichnet.

Die Mücke ist nur ein Beispiel einer viel weiter reichenden Bedrohung der biologischen Vielfalt Europas, wenn sich nicht heimische Arten ansiedeln und aufgrund der menschlichen Aktivitäten über den Kontinent ausbreiten. Gebietsfremde Arten sind in allen europäischen Ökosystemen zu finden. Die Globalisierung, insbesondere der vermehrte Handel und Tourismus, brachte eine plötzliche Zunahme bei der Anzahl und dem Typus der nicht heimischen Arten in Europa mit sich.

Rund 10 000 gebietsfremde Arten wurden in Europa registriert. Einige wie Kartoffeln und Tomaten wurden absichtlich eingeführt und sind bis heute von wirtschaftlicher Bedeutung. Andere, so genannte „invasive nicht heimische Arten“ können dem Gartenbau, der Land- und Forstwirtschaft als Überträger von Krankheiten oder durch die Zerstörung von Bauwerken wie Gebäuden und Dämmen ernsthafte Probleme bereiten.

Invasive nicht heimische Arten verändern auch die Ökosysteme, in denen sie leben, und wirken sich auf die anderen Arten in diesen Ökosystemen aus. Das UN-Übereinkommen über die biologische Vielfalt bezeichnet die invasiven nicht heimischen Arten als eine der Hauptbedrohungen der Biodiversität weltweit.

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