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Europas Küstenlandschaft steht vor einer unumkehrbaren Entwicklung

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Nach einem aktuellen und heute in Kopenhagen veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) wird die einzigartige europäische Küstenumwelt zunehmend zum Opfer ihrer eigenen Beliebtheit.

Presseveröffentlichung Kopenhagen, Montag, 3. Juli 2006

Europas Küstenlandschaft steht vor einer unumkehrbaren Entwicklung


Folgenabschätzung zu Beginn der jährlichen Badesaison

Nach einem aktuellen und heute in Kopenhagen veröffentlichten Bericht der Europäischen Umweltagentur (EUA) wird die einzigartige europäische Küstenumwelt zunehmend zum Opfer ihrer eigenen Beliebtheit.

Laut Agenturbericht mit dem Titel „The changing face of Europe's coastal areas” (Das sich wandelnde Erscheinungsbild europäischer Küstengebiete) droht die rasch zunehmende Nutzung von Küstenflächen -- hauptsächlich durch die Freizeit- und Tourismusindustrie -- das empfindliche Gleichgewicht der ökosysteme der Küsten zu zerstören.

So sind beispielsweise ca. zwei Drittel der europäischen Feuchtgebiete (von denen die meisten an der Küste liegen) seit Beginn des 20. Jahrhunderts verloren gegangen. Die Entwicklung entlang der Mittelmeerküste hat dem Bericht zufolge zur Entstehung einer „mediterranen Mauer“ geführt, so dass mehr als 50 % des Erscheinungsbilds der Küste von Beton geprägt wird.

„Unsere Küstenlandschaften zählen, was Anzahl und Vielfalt von Pflanzen und Tieren angeht, zu den reichsten ökosystemen. Küsten fungieren auch als wirtschaftliche Einfallstore nach Europa; sie tragen zum Zusammenhalt vieler Gesellschaften bei und sind für unsere Lebensqualität von wesentlicher Bedeutung“, meint die Exekutivdirektorin, Frau Professor Jaqueline McGlade.

„Um unsere Küstengebiete zu schützen, dürfen wir sie jedoch nicht als Spielplätze oder Transportwege mit unbegrenzter Bau-, Lebens-, Freizeit- und Transportkapazität betrachten; sie stellen vielmehr fragile Systeme dar, die die Grundlage für die Landschaften und ihre Annehmlichkeiten im Herzen vieler Gemeinden bilden“, fügt sie hinzu.

Aus dem Bericht geht hervor, dass die Bevölkerungsdichte entlang den europäischen Küsten höher ist als landeinwärts und dass sich dieser Trend weiterhin rasch verstärkt. Zwischen 1990 und 2000 hat die Zahl künstlich angelegter Flächen (hauptsächlich Straßen und Gebäude) in den Küstenregionen fast aller europäischen Länder zugenommen.

Diese Entwicklung erfolgte am raschesten in Portugal (34 % Zunahme innerhalb von zehn Jahren), gefolgt von Irland (27%), Spanien (18%) sowie Frankreich, Italien und Griechenland. Am stärksten ist Küste des westlichen Mittelmeers betroffen. Die wirtschaftliche Umstrukturierung, die zum großen Teil durch EU-Subventionen gefördert wurde, hat die Entwicklung der Infrastruktur vorangetrieben, welche ihrerseits für die Ausdehnung von Wohngebieten verantwortlich ist.

Die Klimaveränderung, eine älter werdende und wohlhabendere Gesellschaft, mehr Freizeit und billigeres Reisen erhöhen diese Belastungen und stürzen Europas Küstenlandschaft in die Krise, so das Fazit des Berichts.

„Denken Sie einmal an die Infrastruktur, die nötig ist, um eine Familie von Nordeuropa an einen Strand in Spanien zu bringen: verkehrspolitische Maßnahmen und Subventionen, Reiseverkehrsabkommen, Finanzierung, um nur einige zu nennen. Und nun denken Sie an die Auswirkungen auf das endgültige Reiseziel. Als Touristen können wir vielleicht zu Einkommen und Beschäftigung vor Ort beitragen, gleichzeitig sind wir für die Verschmutzung und Schädigung von ökosystemen in Gegenden verantwortlich, die über wenig politischen Schutz verfügen und eine derart intensive Nutzung nicht verkraften können. Die Auswirkungen mögen vielleicht vor Ort sichtbar sein, der Druck und die Lösungen müssen jedoch auf gesamteuropäischer Ebene entwickelt werden“, so Professor McGlade weiter.

Trotz dieser Herausforderung gibt es neue Möglichkeiten, die Probleme der Küsten auf ganzheitlichere Art und Weise anzugehen, indem unsere Küsten als Mosaike von Flüssen und ihren Einzugsgebieten, Küstenbereichen und Meeresregionen betrachtet werden. Die laufende Umsetzung der integrierten Bewirtschaftung von Küstengebieten ('integrated coastal zone management', ICZM), die von der Europäischen Kommission im Jahr 2006 überprüft wird, ist dem Bericht zufolge zu begrüßen.

„Die Geschichte der politischen Initiativen zum Schutz von Europas Küsten ist lang, doch sind diese nie umfassend umgesetzt worden. ICZM bezieht alle interessierten Kreise mit ein und bietet eine langfristige Perspektive des Küstenbereichs; sie versucht, ein Gleichgewicht zwischen den Bedürfnissen nach Entwicklung und dem Schutz jener Ressourcen herzustellen, die die Grundlage für die wirtschaftliche Tätigkeit an den Küsten bilden. Sie berücksichtigt auch die Sorge der Bürger über die sich verschlechternden Umwelt-, sozioökonomischen und kulturellen Bedingungen an den europäischen Küsten“, ergänzt Professor McGlade.

Hinweise für die Redaktion

Um den vollständigen Bericht einsehen zu können, folgen Sie bitte dem nachstehenden Link zur EUA-Website: http://reports.eea.europa.eu/eea_report_2006_6/en

Falls Sie mehr über die EUA erfahren möchten, besuchen Sie unsere Website: http://www.eea.europa.eu

Daten zu Europas Küsten

  • 80 % der Meeresverschmutzung geht auf Tätigkeiten des Menschen an Land zurück.
  • Die Bevölkerungsdichte ist an der Küste höher als landeinwärts. Auf Europa bezogen ist die Bevölkerungsdichte der Küstenregionen (NUTS3) im Durchschnitt um 10 % höher als landeinwärts. Gleichwohl kann diese Zahl in einigen Ländern bei über 50 % liegen. In vielen Regionen ist die Bevölkerungsdichte an den Küsten mindestens fünfmal so hoch wie im europäischen Durchschnitt.
  • Künstlich angelegte Flächen nahmen im Zeitraum 1990-2000 um 190 km2 pro Jahr zu. Angesichts der Unumkehrbarkeit des Wandels bei der Landnutzung von natürlicher zu städtebaulicher und infrastrukturbezogener Nutzung stellen diese Veränderungen eine der größten Bedrohungen der Nachhaltigkeit der Küstenregionen dar. 61 % der gesamten Landnutzung durch künstlich angelegte Flächen gehen auf die Bereiche Wohnungsbau, Dienstleistungen und Freizeit zurück.
  • Die Anzahl der Lebewesen, die in die europäischen Meere vordringen, hat zwischen den sechziger und achtziger Jahren besonders im Mittelmeer stark zugenommen. Die Auswirkungen auf die natürlichen ökosysteme der Küsten sind nur schwierig und kostenintensiv zu meistern. Die Qualle Mnemiopsis leydyi ist hierfür ein bekanntes Beispiel. Nachdem sie in den späten achtziger Jahren im Ballastwasser von Schiffen eingeschleppt wurde, hat sie sich explosionsartig vermehrt. Dies führte zur Vernichtung von Fischbeständen im Schwarzen Meer, von Austern und sogar einheimischen Quallenbeständen (EUA, 2005b). Die Qualle gelangte sogar in das nicht offene Kaspische Meer, wo sie drastische Veränderungen des gesamten ökosystems auslöste (Karpinsky et al., 2005).
  • Seit dem späten 19. Jahrhundert hat die Temperatur der Meeresoberfläche weltweit um 0,6°C zugenommen. Die Erwärmung der Meeresoberfläche führt zu Umverteilung und Verlust von Meeresorganismen und zu häufigerer anormaler und toxischer Phytoplankton-Blüte.

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