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Die EU muss Ziele für erneuerbare Energieträger für 2020 festlegen, betont die Exekutivdirektorin der EUA

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Die Europäische Union müsse bis 2020 zu erreichende Ziele für erneuerbare Energieträger festlegen, um einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu leisten und auf den Energiemärkten langfristig Investitionssicherheit herzustellen. Dies erklärte heute Prof. Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der EUA.

PRESSEMITTEILUNG


Kopenhagen/Bonn, 3. Juni 2004


Die EU muss Ziele für erneuerbare Energieträger für 2020 festlegen, betont die Exekutivdirektorin der EUA


Die Europäische Union müsse bis 2020 zu erreichende Ziele für erneuerbare Energieträger festlegen, um einen Beitrag zur Reduzierung der Treibhausgasemissionen zu leisten und auf den Energiemärkten langfristig Investitionssicherheit herzustellen. Dies erklärte heute Prof. Jacqueline McGlade, Exekutivdirektorin der EUA.


In einer Rede auf der Internationalen Konferenz für Erneuerbare Energien in Bonn legte Prof. McGlade dar, dass mangelnde Sicherheit für diejenigen, die in erneuerbare Energien investieren, zu Verzögerungen bei der Abschaltung älterer, mit fossilen Brennstoffen betriebener Kraftwerke führen könnte; daraus könnten für die EU Schwierigkeiten erwachsen, ihre Zielsetzung in Bezug auf die Reduzierung der Emissionen zu erfüllen, die zur Klimaveränderung beitragen.


Erneuerbare Energiequellen, so Prof. McGlade, können bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen und bei der Sicherstellung der Energieversorgung eine Rolle spielen. Diese Vorteile spiegeln sich in den Richtzielen der EU für erneuerbare Energien für 2010 wieder.


Weiter führte sie aus, dass diese Ziele in Anbetracht der gegenwärtigen politischen und finanziellen Unterstützung nicht zu verwirklichen seien. Jedoch habe bereits das Vorhandensein von Zielsetzungen zu höheren Anteilen an erneuerbaren Energien geführt, als sie anderenfalls erreicht worden wären. Sie zeigte sich überzeugt, dass dies eine wichtige positive Botschaft sei, die von dieser Konferenz ausgehe.


Ferner legte sie dar, dass die Europäische Umweltagentur zur Unterstützung der politischen Entscheidungsträger in Europa eine Reihe von Zielsetzungen für erneuerbare Energien für 2020 unter Umweltgesichtspunkten prüfen würde.


Auf der Konferenz stellte Prof. McGlade eine neue, von der EUA in Auftrag gegebene Studie zu Energiesubventionen vor.


Der Studie zufolge belaufen sich die Gesamtsubventionen für erneuerbare Energien seitens der EU und der Regierungen der 15 "alten" Mitgliedstaaten auf 5,3 Mrd. Euro pro Jahr. Dieser Betrag entspricht mehr als einem Sechstel des gesamten jährlichen Subventionsvolumens für den Energiesektor, das sich nach Schätzungen auf 29,2 Mrd. Euro beläuft und damit einen Anteil von 0,4 % am Bruttosozialprodukt hat.


Hingegen werden für die Herstellung und den Verbrauch fossiler Brennstoffe erheblich höhere Subventionen als für erneuerbare Energien aufgewandt; nach Schätzungen belaufen sie sich auf 21,7 Mrd. Euro, d. h. mehr als zwei Drittel des Gesamtbetrags.


Dazu Prof. Mc. Glade: "Aus umweltpolitischer Sicht werden fossile Brennstoffe nach wie vor in zu hohem Maß gestützt. Erneuerbare Energien werden jedoch in steigendem Maße gefördert, und wenn man die Höhe der Subventionen je Energieeinheit betrachtet, liegt diese Förderung beträchtlich über der für andere Brennstoffe."


"Diesbezüglich scheinen die EU-15-Staaten erkannt zu haben, dass die Industrie der erneuerbaren Energien weit weniger ausgereift ist und deshalb einer stärkeren technologischen und marktspezifischen Unterstützung bedarf."


Prof. McGlade hob hervor, dass die EU sich engagiert habe, von umweltschädlichen Subventionen abzukommen. Damit dies geschehe, müsse jedoch dringend einvernehmlich geklärt werden, worin eine Energiesubvention eigentlich bestehe. Da konsistente Angaben zu Subventionen nicht zur Verfügung stünden, bedürfe es ebenso eines harmonisierten Rahmens für die Berichterstattung über solche Subventionen.


Die Rede von Prof. McGlade ist im vollen Wortlaut abrufbar unter http://org.eea.europa.eu/documents/speeches/03-06-2004

Der Bericht über Energiesubventionen ist unter folgender Adresse abrufbar: http://reports.eea.europa.eu/technical_report_2004_1/en


Anmerkungen für die Redaktion


  • Die 15 "alten" EU-Mitgliedstaaten haben nationale Richtziele vereinbart, mit deren Hilfe erneuerbare Energien bis 2010 einen Anteil von 22 % an der Stromerzeugung und einen Anteil von 12 % am Gesamtenergieverbrauch ausmachen sollen.

  • Eine von der Europäischen Kommission am 26. Mai herausgegebene Mitteilung schließt damit, dass der Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung bis 2010 auf der Grundlage der vorhandenen, von dem Mitgliedstaaten umgesetzten Politiken und Maßnahmen lediglich 18 bis 19 % betragen wird, während der Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtenergieverbrauch auf der Basis der bisher verabschiedeten Rechtsvorschriften höchsten 10 % erreichen wird. Die Kommission unterstrich, dass die Mitgliedstaaten ihre Anstrengungen erhöhen müssen, um die Ziele zu verwirklichen, und verkündete ihre Absicht, zusätzliche Maßnahmen der EU zur Verwirklichung der Ziele vorzulegen.

  • Seitens des Europäischen Parlaments und verschiedener interessierter Kreise wurde der Vorschlag unterbreitet, die auf 25 Mitgliedstaaten erweiterte EU solle sich das Ziel setzen, bis 2020 den Anteil der erneuerbaren Energien am Gesamtenergieverbrauch auf 20 % zu erhöhen. Die Europäische Kommission sagte eine Prüfung bis spätestens 2005 und für das Jahr 2007 die Einleitung eines Prozesses zur Erarbeitung eines Ziels für den Zeitraum nach 2010 zu.

  • Die Internationale Konferenz für Erneuerbare Energien Bonn 2004 ist die erste größere Konferenz für erneuerbare Energien seit dem Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung im August/September 2002. Weitere Informationen unter http://www.renewables2004.de




Über die EUA


Die Europäische Umweltagentur ist die führende europäische Einrichtung zur Bereitstellung von verlässlichen und unabhängigen Informationen für politische Entscheidungsträgern und die Öffentlichkeit. Die EUA hat 1994 in Kopenhagen ihre Tätigkeit aufgenommen; sie ist der zentrale Knotenpunkt des Europäischen Umweltinformations- und Umweltbeobachtungsnetzes (Eionet), eines Netzes von etwa 300 Einrichtungen in ganz Europa, mit deren Hilfe es umweltbezogene Daten und Informationen sammelt und verbreitet. Als EU-Einrichtung steht die Agentur allen Nationen mit der gleichen Zielsetzung offen. Sie hat gegenwärtig 31 Mitgliedsländer: die 25 Mitgliedstaaten, die drei Kandidatenländer - Bulgarien, Rumänien und die Türkei - sowie Island, Liechtenstein und Norwegen. Mit der Schweiz werden Verhandlungen über eine Mitgliedschaft geführt.




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