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Luftverschmutzung: Ohne Wissen lässt sich das Problem nicht lösen

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„Die gute Nachricht ist, dass die Belastung durch mehrere Luftschadstoffe in den letzten Jahrzehnten erheblich zurückgegangen ist. Die Schadstoffe, bei denen der deutlichste Rückgang erzielt werden konnte, sind jedoch nicht diejenigen, die unserer Gesundheit und der Umwelt am meisten schaden“, betont Valentin Foltescu, der im Bereich Luftqualitätsbewertung und Datenberichterstattung bei der EUA tätig ist. Wir haben ihn gefragt, was die EUA im Hinblick auf Luftqualität unternimmt und was die neuesten Daten besagen.

 Image © EEA/ImaginAIR; Andrzej Bochenski

Die Europäische Umweltagentur (EUA) befasst sich mit einer großen Anzahl an Umweltproblemen. Was genau macht die EUA im Hinblick auf Fragen im Zusammenhang mit der Luft?

Kurz gesagt sehen wir uns die Außenluftqualität an, woher die Schadstoffe kommen, welchen Werten wir ausgesetzt sind und welche Auswirkungen sie auf uns und unsere Umwelt haben. Im Einzelnen analysieren wir Daten zu Konzentrationswerten in der Umgebungsluft und zu Emissionen, um zu bestimmen, welche Mengen in die Atmosphäre freigesetzt werden. Zudem beurteilen wir die Belastung der Bevölkerung durch verschiedene Schadstoffe.

Es gibt Tausende von Überwachungsstationen für die Luftqualität in Europa. Sie messen die Konzentrationswerte verschiedener Schadstoffe. Die meisten Stationen übermitteln ihre Daten an AirBase, die europäische Datenbank für Luftqualität, die von der EUA gepflegt wird. AirBase enthält Überwachungsinformationen und Daten für 38 Teilnehmerländer und bietet Informationen zu mehr als 100 Luftschadstoffen. Elf davon werden durch EU-Rechtsvorschriften zur Luftqualität reguliert.

Nachdem die Daten von den einzelnen Ländern zur Verfügung gestellt wurden, prüfen wir, ob sie harmonisiert sind und den Bestimmungen der EU-Rechtsvorschriften entsprechen. In enger Zusammenarbeit mit den Ländern, die die Daten übermitteln, durchlaufen die Daten dann verschiedene Qualitätssicherungs- und Qualitätskontrollprüfungen. Danach erstellen wir Übersichts- und Bewertungsberichte, wie etwa den Bericht zur Luftqualität, den wir Mitte Oktober veröffentlichen werden.

Was sagen uns die neuesten Daten über die Luftqualität in Europa?

Positives und Negatives. Positiv ist, dass die Belastung durch bestimmte Luftschadstoffe in den letzten Jahrzehnten wesentlich zurückgegangen ist. So hat sich zum Beispiel die Anzahl der Personen, die Schwefeldioxid, Kohlenmonoxid, Blei und Benzol ausgesetzt sind, deutlich verringert. EU-weit sind weniger als 2 % der Stadtbewohner Werten ausgesetzt, welche die von den EU-Rechtsvorschriften festgesetzten Luftqualitätsnormen für diese Schadstoffe  überschreiten.

Andererseits sind diese Luftstoffe, bei denen der deutlichste Rückgang erzielt werden konnte, nicht diejenigen, die unserer Gesundheit und der Umwelt am meisten schaden. Vor allem Feinstaub und  bodennahes Ozon, die beide eine große Gefahr für unsere Gesundheit darstellen und unsere Lebenserwartung verkürzen können, sind nach wie vor in hohen Konzentrationen in der Luft enthalten. Bis zu einem Drittel der städtischen Bevölkerung in der EU ist Konzentrationen über den Grenz- bzw. Zielwertvorgaben der EU ausgesetzt.

Insgesamt können wir eine langsame Abnahme der gefährlichsten Schadstoffkonzentrationen feststellen, was eine leichte Besserung der Luftqualität hinsichtlich dieser Schadstoffe bedeutet. Gleichzeitig haben wir jedoch beobachtet, dass die Konzentrationen dieser Schadstoffe an bestimmten Orten in den letzten zehn Jahren gestiegen sind. Dies ist sicherlich Anlass zur Sorge.

Woher kommen diese Schadstoffe?

Die Verbrennung von Kraftstoffen ist eine der Hauptursachen. Kraftstoffe kommen in vielen Bereichen zum Einsatz, wie etwa im Verkehr, bei der Energieerzeugung, in der Industrie und beim Beheizen unserer Wohnungen. Die Landwirtschaft ist eine weitere wesentliche Quelle.

Luftschadstoffe werden entweder direkt in die Atmosphäre freigesetzt (Primäremissionen) oder entstehen indirekt durch chemische Wechselwirkungen mit Vorläuferstoffen.

Auch hier sind die Ergebnisse gemischt. Bei den Primärfeinstaubemissionen war in den letzten zehn Jahren EU-weit ein Rückgang um 14 % zu verzeichnen. Einige Feinstaubvorläufer gingen wesentlich zurück, Schwefeldioxid zum Beispiel um die Hälfte. Bei anderen Vorläufern wurde nur ein geringer Rückgang der Emissionen erreicht. Zum Beispiel gingen die Ammoniakemissionen, die hauptsächlich aus der Landwirtschaft stammen, lediglich um 7 % zurück.

Wir müssen auch bedenken, dass Emissionssenkungen nicht automatisch mit Konzentrationssenkungen im gleichen Ausmaß einhergehen. Wir haben es hier mit komplexen Zusammenhängen zwischen Schadstoffemissionen und Luftqualität zu tun. Dazu zählen Emissionshöhen, chemische Umwandlungsprozesse, Reaktionen auf Sonnenlicht, zusätzliche natürliche und hemisphärische Einwirkungen sowie Wetter- und topografische Einflüsse. Erhebliche Emissionssenkungen sind unabdingbar für eine bessere Luftqualität.

Wie trägt Ihre Arbeit zur Verbesserung der Luftqualität in Europa bei?

Wir geben dieses Wissen an die Öffentlichkeit und die politischen Entscheidungsträger auf europäischer und nationaler Ebene weiter. Wir liefern Fakten und Informationen zum aktuellen Stand und den Trends in Bezug auf Luftqualität, Luftschadstoffemissionen und Expositionsraten. Dieses Wissen wird zur Verbesserung der Luftqualitätspolitik genutzt, was letztendlich dem Schutz der Bevölkerung und der Umwelt vor hoher Luftverschmutzung dient. Ohne eine Überwachung und das entsprechende Verständnis der aktuellen Situation und ihrer Ursachen können keine wirksamen politischen Maßnahmen formuliert werden.

Wir sehen uns auch an, wie die Rechtsvorschriften zur Luftqualität auf lokaler Ebene umgesetzt werden. Diesbezüglich haben wir gerade ein Projekt mit verschiedenen europäischen Städten abgeschlossen. Mit diesem Projekt konnten wir Maßnahmen ermitteln, die von den Städten als erfolgreich angesehen wurden, wie etwa die Gewährleistung der Einhaltung neuer Normen für schwefelarme Schiffskraftstoffe in Hafenbereichen, das Verbot der Vermarktung, des Verkauf und des Vertriebs von Steinkohle, die Umwandlung von Brennstoffen in der Wohnraumbeheizung sowie die Versorgung mit Fernwärme. Das Projekt hat gezeigt, dass enormes Wissen und viel Erfahrung vorhanden sind, aus denen wir lernen und die wir austauschen können.

Valentin Foltescu

Valentin Foltescu

Interview veröffentlicht in der Ausgabe Nr. 2013/1 des EUA-Newsletter


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Telefon: +45 3336 7100